Deutscher Geheimdienstbericht löst Kritik aus, nachdem in Leitlinien zu Hassreden palästinensische Symbole als problematisch eingestuft wurden
Der Bericht bezeichnet Antisemitismus als eine Brücke, die verschiedene Formen des Extremismus im Land miteinander verbindet
Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz hat neue Leitlinien veröffentlicht, in denen davor gewarnt wird, dass bestimmte Symbole und Parolen, die im pro-palästinensischen Aktivismus verwendet werden, als Träger antisemitischer oder extremistischer Botschaften dienen können – darunter auch bestimmte Darstellungen des mit der palästinensischen Sache assoziierten Wassermelonensymbols.
Die vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) herausgegebenen Leitlinien beschreiben, was als antisemitische und extremistische Formen der „Palästina-Solidarität“ im politischen Diskurs angesehen wird. Dem Bericht zufolge kann sich die Wut über den israelisch-palästinensischen Konflikt in einigen Fällen zu pauschalen antisemitischen Narrativen entwickeln, die Juden als Kollektiv ins Visier nehmen.
Zu den angeführten Beispielen gehörten die Comicfigur Handala, das umgekehrte rote Dreieck, das oft mit dem „palästinensischen Widerstand“ assoziiert wird, Krakenbilder, die historisch mit antisemitischen Verschwörungstheorien verbunden sind, sowie ein Wassermelonensymbol in Form des Landes Israel. Das BfV beschrieb diese als „Brückennarrative“, die in der Lage sind, verschiedene extremistische Bewegungen durch gemeinsame antisemitische Motive miteinander zu verbinden.
Die Einbeziehung des Wassermelonenbildes löste im Internet Kritik aus, da das Wassermelonen-Emoji seit den 1980er Jahren weit verbreitet als Symbol für palästinensische Identität und Solidarität verwendet wird. Der Bericht konzentrierte sich jedoch speziell auf Darstellungen, die das gesamte Gebiet Israels als palästinensisches Land abbilden.
⚡ JUST IN - Germany classified the watermelon as an extremist and antisemitic symbol when used to depict the map of Palestine pic.twitter.com/dAyAN4KlQE
— Ounka (@OunkaOnX) May 15, 2026
Zudem wurden Sätze und Parolen wie „From the River to the Sea, Palestine will be free! “ (Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein!) und „Yalla, yalla, Intifada! “ (Auf, auf, erhebt euch!) als Ausdruck des Wunsches nach der Vernichtung des Staates Israel oder als Unterstützung von Gewalt eingeordnet.
Der Bericht des Bundesamts mit dem Titel „Verborgene Botschaften – Antisemitische Codes und Chiffren“ erläutert, dass diese Symbole und Slogans oft als „Brückennarrative“ dienen, die unterschiedliche Gruppen – von Linksextremisten über Rechtsextremisten bis hin zu islamistischen Extremisten – in einem gemeinsamen Hass verbinden.
Der Bericht stellte zudem fest, dass seit dem Einmarsch der Hamas in den Süden Israels am 7. Oktober 2023 bestimmte Gruppen innerhalb der radikalen Linken in Deutschland zunehmend Unterstützung für den „palästinensischen Befreiungskampf“ gezeigt haben.
Gleichzeitig verschmelzen islamistische und linksradikale Gruppen antiimperialistische Ideologie mit antisemitischem Diskurs, stellen Israel als „Kolonialmacht“ dar und knüpfen an altbekannte antisemitische Klischees über jüdische Verschwörungen zur Weltherrschaft an.
Solche Narrative würden laut Bericht zunehmend genutzt, um Gewalt gegen Juden und Israelis zu rechtfertigen.
Der Inlandsgeheimdienst veröffentlichte die 80-seitige Publikation über antisemitische Symbole, Codes und Narrative in erster Linie für Lehrer, Pädagogen und die breite Öffentlichkeit, um das Bewusstsein für zeitgenössische Formen des Antisemitismus zu schärfen.
Die Mitarbeiter von All Israel News sind ein Team von Journalisten in Israel.