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Opinion Blog / Guest Columnist
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Meinung

Schande und Verleumdung

 
Israelische Flagge in der Altstadt von Jerusalem (Foto: Taylor Brandon/Unsplash)

Ein Freund Israels schrieb: „Wenn Antisemitismus ein Verbrechen ist, warum breitet er sich dann wie ein Lauffeuer aus?“ Da drängt sich eine weitere Frage auf: Wie konnte sich der Antisemitismus nach dem Massaker von beispielloser Grausamkeit, das am 7. Oktober 2023 verübt wurde, weltweit mit solcher Geschwindigkeit ausbreiten? Und man könnte fragen: Warum schenkt die Welt der Hamas – oder Terrororganisationen im Allgemeinen – mehr Glauben als Israel?

Ohne menschliche Reaktionen, die durch Desinformation in den Medien, politische Rhetorik oder manchmal auch bloße Eifersucht gegenüber dem jüdischen Volk geschürt werden, in irgendeiner Weise zu entschuldigen, gibt uns die Bibel einen Schlüssel zum Verständnis: Die Nationen wenden sich gegen Israel, weil das jüdische Volk von Gott auserwählt wurde. „Darum weissage über das Land Israel und sprich zu den Bergen und Hügeln, zu den Gründen und Tälern: So spricht GOTT, der Herr: Seht, in meinem Eifer und in meinem grimmigen Zorn rede ich, weil ihr Schmach vonseiten der Heidenvölker erlitten habt. Darum, so spricht GOTT, der Herr: Ich hebe meine Hand auf [zum Schwur ], dass die Völker, die um euch her liegen, ihre eigene Schmach tragen sollen!“

Diese Stelle findet sich in Hesekiel 36,6–7. Gott fordert den Propheten auf, nicht nur zum Volk zu sprechen, sondern direkt zum Land Israel: „zu den Bergen und Hügeln, zu den Gründen und Tälern.“ Dieses Land wurde von den Nachbarvölkern, insbesondere von Edom, überfallen, verwüstet und verspottet. Aus einer prophetischen Lesart von Hesekiel 35 und 36 geht hervor, dass Edom auch für jene Völker stehen könnte, die das Land begehren, das Gott Israel gegeben hat, und danach trachten, es an sich zu reißen. Auch heute noch ist Israel das Ziel islamistischer Mächte, seien es Schiiten wie das Mullah-Regime im Iran oder Sunniten wie Erdogan in der Türkei.

„Weil du gesagt hast: »Diese beiden Völker und diese beiden Länder sollen mir gehören, und wir wollen [ihr Gebiet] einnehmen!«, obgleich der HERR dort gewesen ist, darum spricht GOTT, der Herr: So wahr ich lebe, ich will mit dir handeln nach deinem Zorn und nach deiner Eifersucht, wie du auch nach deinem Hass mit ihnen gehandelt hast; und ich werde mich bei ihnen zu erkennen geben, wenn ich dich richte.“ (Hesekiel 35,10–11).

Damals bezogen sich die „beiden Völker“ auf Juda und das Nordreich, Israel oder Ephraim: mit anderen Worten, auf ganz Israel. Eine ähnliche Rhetorik finden wir heute in dem Slogan: „Palästina, vom Fluss (Jordan) bis zum Meer“. Hinter diesem Slogan verbirgt sich der Anspruch auf das gesamte Land Israel, jedoch ohne die Juden. Vergessen wir nicht, dass dieses Land das Erbe ist, das Gott Abraham, Isaak und Jakob gegeben hat. Es ist nicht bloß ein „Gebiet“ – es wird auch als „Braut“ dargestellt: „Man wird dich nicht mehr »Verlassene« nennen und dein Land nicht mehr als »Wüste« bezeichnen, sondern man wird dich nennen »Meine Lust an ihr« und dein Land »Vermählte«; denn der HERR wird Lust an dir haben, und dein Land wird wieder vermählt sein.“ (Jesaja 62,4).

Lasst uns die Bedeutung dieses Landes erkennen! Lasst uns begreifen, was es bedeutet, auf dem Land Gottes zu wandeln, das seinem Volk als Erbe gegeben wurde. Israel ist keine Nation wie jede andere: Es ist das Volk, das den Namen Gottes trägt. Und Jerusalem ist die Stadt des großen Königs, der bald kommen wird! „Du wirst dich aufmachen und dich über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihr Gnade erweist; die Stunde ist gekommen! Denn deine Knechte lieben [Zions] Steine und trauern über ihren Schutt." (Psalm 102, 14-15). Freunde, lieben auch wir den Staub Jerusalems? …

„Seht, in meinem Eifer ... rede ich“, sagt der Herr. Göttlicher Eifer ist keine kleinliche Leidenschaft. Das hebräische Wort qin’ah – קִנְאָה – drückt eine glühende und ausschließliche Liebe aus, die die Entweihung des Bundes nicht duldet. Gott eifert für sein Volk, für sein Land, das die Nationen an sich reißen wollen, und vor allem für seinen eigenen Namen, der unter den Völkern entehrt wird.

Als Gläubige, die am Wort Gottes festhalten, wollen wir es wagen, diese Fragen zu stellen:

  • Eifern auch wir für Gottes Land und lieben wir sein Volk?

  • Weissagen wir, wie der Gott Israels es dem Propheten geboten hat, über „seine Berge, seine Hügel, seine Schluchten und seine Täler“?

Zu Israel sprach Gott: „Ich will dich künftig nicht mehr die Schmähungen der Heiden hören lassen, und den Hohn der Völker sollst du nicht mehr tragen und dein Volk nicht mehr zu Fall bringen, spricht GOTT, der Herr.“ (Hesekiel 36,15). Heute mehr denn je müssen wir die prophetische Bedeutung dieser Worte verstehen und entsprechend beten, um der Schmach der Völker, der Schmähung und der Verleumdung entgegenzutreten, denen Israel ausgesetzt ist.