Israel startet neue Offshore-Gaserkundung, da Experten mit großen, noch unentdeckten Vorkommen rechnen
Israel hat am Montag eine neue Runde zur Erkundung von Erdgasvorkommen vor der Küste gestartet. Dabei wurden fünf neue Explorationsgebiete im Mittelmeer freigegeben. Behördenvertreter gehen davon aus, dass noch Hunderte Milliarden Kubikmeter (BCM) zusätzlicher Gasreserven in Israels ausschließlicher Wirtschaftszone liegen könnten.
Die fünf Explorationsblöcke erstrecken sich über etwa 7.100 Quadratkilometer – was etwa einem Drittel der Landfläche Israels entspricht – und sind Teil der umfassenden Bemühungen der Regierung, die heimische Produktion auszuweiten, internationale Investitionen anzuziehen und die Position des Landes als regionaler Energieexporteur zu stärken.
„Erdgas ist ein strategischer Rohstoff, der unsere wirtschaftliche und diplomatische Stellung in der Welt im Allgemeinen und im Nahen Osten im Besonderen stärkt“, erklärte der israelische Minister für Energie und Infrastruktur, Eli Cohen.
„Daher ist es meine Politik, die Erdgaserkundung auszuweiten, internationale Energieriesen für Investitionen in Israel zu gewinnen und die Erdgasförderung sowohl für den lokalen Markt als auch für den Export zu steigern“, fügte der Minister hinzu.
Israel hat seinen Energiesektor im Laufe des letzten Jahrzehnts grundlegend umgestaltet, nachdem 2009 das Tamar-Gasfeld und 2010 das weitaus größere Leviathan-Feld entdeckt worden waren. Die Erdgasförderung aus Tamar begann 2013 und verwandelte das Land von einem langjährigen Energieimporteur in einen Netto-Gasexporteur.
Seitdem hat Israel mehr als 30 Milliarden NIS (fast 9 Milliarden Euro) an direkten Erdgaseinnahmen erzielt, wobei das Energieministerium für die nächsten drei Jahrzehnte Einnahmen in Höhe von Hunderten von Milliarden Schekel prognostiziert.
Das Ministerium erklärte, weitere Offshore-Funde könnten die Staatseinnahmen weiter steigern, den Wettbewerb ankurbeln und dazu beitragen, die Strompreise zu senken.
Es bestätigte zudem, dass es bereits sechs Explorationslizenzen an ein internationales Konsortium vergeben hat, zu dem das in London ansässige Unternehmen BP, die israelische NewMed Energy und die Staatliche Ölgesellschaft der Republik Aserbaidschan (SOCAR) gehören.
Im Dezember 2025 gaben Israel und Ägypten ein Rekordabkommen bekannt, wonach Kairo in den kommenden Jahren israelisches Erdgas im Wert von 34,7 Milliarden US-Dollar (30,3 Milliarden Euro) kaufen werde. Über seinen kommerziellen Wert hinaus wird das Abkommen auch als wichtiger Pfeiler der diplomatischen Beziehungen zwischen Jerusalem und Kairo angesehen.
„Das Ministerium handelt, um die Versorgung des lokalen Marktes mit Erdgas sicherzustellen und gleichzeitig ein attraktives Umfeld für Investitionen und wettbewerbsfähige Preise zu bewahren“, erklärte Yossi Dayan, Generaldirektor des Ministeriums für Energie und Infrastruktur.
„Das Ausschreibungsverfahren zielt darauf ab, das Erdgasangebot zu erhöhen, den Wettbewerb zu stärken, weitere Akteure anzuziehen und die weitere Entwicklung des Marktes zu unterstützen. Der richtige Weg, um Wettbewerb zu gewährleisten und Preise zu senken, führt über die Ausweitung des Angebots und nicht über belastende Regulierung“, fuhr er fort.
„Neben seinem Beitrag zum Markt wird das Verfahren Israels Energieversorgungssicherheit sowie seine regionale und internationale Stellung für die kommenden Jahre stärken“, schätzte Dayan ein.
Chen Bar Yossef, Direktor der Verwaltung für natürliche Ressourcen im Ministerium für Energie und Infrastruktur, sagte, die jüngste Lizenzvergaberunde werde voraussichtlich zusätzliche internationale Investitionen in den israelischen Energiesektor anziehen.