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Meinung

Antisemitismus ist nichts Neues

 
Daniel in der Löwengrube (Kunstwerk von Elhanan Ben-Avraham)

„Und Haman sprach zum König Ahasveros: Es gibt ein Volk, das lebt zerstreut und abgesondert unter allen Völkern in allen Provinzen deines Königreichs, und ihre Gesetze sind anders als die aller Völker, und sie befolgen die Gesetze des Königs nicht, sodass es dem König nicht geziemt, sie gewähren zu lassen!“ – Ester 3,8

Lange vor den heutigen iranischen Ayatollahs oder gar Hitler wurde das jüdische Volk – seit jeher eine winzige Minderheit der Menschheit, die in allen Bereichen Erfolg und Verdienste vorweisen kann, darunter in der Neuzeit sogar zahlreiche Nobelpreise – gezielt verfolgt und der Ausrottung ausgesetzt. Hier sind einige Beispiele.

Der jüdische Prophet Daniel wuchs, nach seiner Verbannung aus Jerusalem, im 6. Jahrhundert v. Chr. im heidnischen Reich Babylon (dem heutigen Irak) auf und lebte dort. Dort zeichnete er sich in allen Bereichen aus und wurde, aufgrund seiner Fähigkeiten anerkannt und in die babylonische Führungsschicht aufgenommen. Seine Weisheit trug dazu bei, das Reich zum Wohlstand zu führen, und er wurde vom König selbst gelobt. Als Daniels Stellung und Einfluss zunahmen, wurden seine Mitbeamten neidisch und versuchten, ihn beim König zu verleumden. Doch nach eingehender Prüfung konnte der König keinen Fehler und keine Unehrlichkeit bei Daniel feststellen. Daher schmiedeten die Kollegen eine Verschwörung, indem sie den König davon überzeugten, ein Edikt zu erlassen, wonach in Babylon unter Androhung der Todesstrafe kein anderer Gott angebetet werden dürfe, da sie beobachtet hatten, wie Daniel in seinen Gemächern dreimal täglich zum Gott Israels betete und dabei in Richtung Jerusalem blickte. Als der König dem nachkam, berichteten die Männer, dass Daniel weiterhin zu seinem Gott betete, und der König sah sich aufgrund seines eigenen Gesetzes gezwungen, Daniel zu bestrafen und ihn in die Löwengrube werfen zu lassen. Dort wurde Daniel auf wundersame Weise vor den Mäulern der Tiere bewahrt.

Ähnliches geschah in Persien (dem heutigen Iran) im 5. Jahrhundert v. Chr. Dort wurde unter der Führung eines Regierungsbeamten namens Haman eine Verschwörung gegen die Juden des Reiches geschmiedet. Haman sah, dass die Juden dort unter den Gesetzen ihres eigenen Gottes lebten und prosperierten. Er überzeugte König Ahasveros davon, dass ihre Anwesenheit eine Gefahr für sein Königreich darstelle und dass sie deshalb ausgerottet werden müssten. So wurde das Edikt erlassen und die Vorbereitungen getroffen. Doch die Verschwörung wurde durch die Heirat der Jüdin Esther mit dem König vereitelt. Sie deckte die Verschwörung auf, und die Juden wurden gerettet.

Dasselbe lässt sich über Josef, den Sohn Jakobs (Israels), im 15. Jahrhundert v. Chr. sagen. Auch er zeichnete sich durch die Weisheit aus, die ihm sein Gott schenkte, wurde jedoch von der Frau seines ägyptischen Herrn verraten, die ihn fälschlicherweise des sexuellen Übergriffs beschuldigte. Er wurde angeklagt und zu vielen Jahren Haft in einem ägyptischen Gefängnis verurteilt. Doch selbst dort führte seine Treue zum Gott Israels dazu, dass er schließlich freigelassen und zum Stellvertreter des Pharaos ernannt wurde.

Später, als die Hebräer in Ägypten versklavt waren und man sah, dass sie sich selbst unter den Fesseln der Sklaverei vermehrten und gediehen, führte der Plan, ihre Zahl zu verringern, indem alle erstgeborenen Säuglinge im Nil ertränkt wurden, zum Überleben des neugeborenen Mose, der später Israel im Exodus aus Ägypten führen sollte.

Auch in unserer Zeit ist der Hass auf Juden wieder aufgeflammt und hat zugenommen; er richtet sich gegen den Staat Israel, die einzige winzige jüdische Nation, etwa so groß wie New Jersey, inmitten eines Meeres feindseliger islamischer Staaten, die aus dem Holocaust vor achtzig Jahren hervorgegangen ist, der ein Drittel der europäischen Juden vernichtete, und der nun jedes nur erdenkliche Verbrechen und jede Sünde zur Last gelegt wird. In der Umgebung Israels gibt es Staaten, deren erklärtes Ziel die Vernichtung der einzigen jüdischen Nation ist. Doch irgendwie überlebt Israel die vielen Vernichtungskriege und gedeiht, wobei es in allen Bereichen – Medizin, Landwirtschaft, Wasserschutz, Technologie und, ja, auch bei den Nobelpreisen – zu Fortschritten für die Menschheit beiträgt.

Es scheint, dass Neid keine unbedeutende Rolle beim anhaltenden Hass auf Juden – beim Antisemitismus – spielt.