Die Türkei beobachtet das Militärbündnis zwischen Israel und Griechenland und bereitet sich auf „Krisen, Spannungen und Krieg“ vor
Die Türkei ist Berichten zufolge besorgt über das wachsende Militärbündnis zwischen Israel und Griechenland und geht davon aus, dass dies das Kräfteverhältnis im Nahen Osten verändern könnte.
In einem Schreiben an einen türkischen Abgeordneten vom 10. August schrieb Verteidigungsminister Yaşar Güler laut Nordic Monitor, dass sich die Türkei auf eine „mögliche Krise, Spannungen und einen Krieg“ vorbereite.
Die rasante Modernisierung des griechischen Militärs umfasst die Anschaffung moderner israelischer Waffen und Luftabwehrsysteme sowie von in den USA hergestellten F-35-Kampfflugzeugen. Anfang dieses Jahres unterzeichneten Griechenland und Israel ein Abkommen über Verteidigungs- und Sicherheitskooperation, das Cyberbedrohungen, Maßnahmen zur Abwehr von Drohnen, Verteidigungstechnologie und gemeinsame Militärübungen umfasst. Das Abkommen ist Teil eines umfassenderen Verteidigungsnetzwerks, an dem auch Zypern und US-Streitkräfte im östlichen Mittelmeer beteiligt sind.
Gleichzeitig baut die Türkei ihre Seestreitkräfte aus; derzeit befinden sich 47 Kriegsschiffe im Bau. Der türkische Militäraufbau hat auch in Griechenland und Israel Besorgnis ausgelöst.
Am Mittwoch ging der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf die regionalen Spannungen ein und erklärte, die Türkei müsse stark und geeint bleiben.
„Wenn es nötig ist, können wir alles andere beiseitelassen. Aber wenn es um unser Heimatland und die Zukunft unseres Staates und unserer Nation geht, beugen wir uns vor niemandem“, sagte Erdoğan. „In dieser Region haben wir keine andere Wahl, als stark und geeint zu bleiben und zusammenzustehen.“
„Diejenigen, die glauben, sie könnten den Fortschritt der Türkei und der türkischen Nation durch Provokationen und Intrigen aufhalten, werden enttäuscht sein“, fügte er hinzu. „Wir werden unseren Kurs nicht ändern und uns nicht durch die Provokationen anderer abbringen lassen.“
Unterdessen warnte der griechische Außenminister Giorgos Gerapetritis die Türkei, dass die Ära der griechischen „passiven diplomatischen Stagnation“ vorbei sei.
„Wir werden alles Notwendige tun. Wir werden auf Provokationen reagieren, und wir werden aus einer Position der Stärke heraus reagieren“, versprach er.
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel, die einst relativ stark waren, haben sich seit dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln genommen wurden, drastisch verschlechtert. Die Erdoğan-Regierung hat sich geweigert, die Hamas zu verurteilen, und hat sich als wichtiger Unterstützer der Terrororganisation herausgestellt.
Die Türkei und Israel sind sich zudem uneinig hinsichtlich der Bemühungen Ankaras, eine militärische Präsenz in Syrien aufzubauen, was Israel als Bedrohung für die nationale Sicherheit ansieht.
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