Syrisches Schulnetzwerk schürt Hass gegen Juden und Christen und verherrlicht den Dschihad gegen „Ungläubige“
Ein von der syrischen Regierung finanziertes Schulnetzwerk lehrt Kinder, Juden und Christen zu verteufeln, verherrlicht den Dschihad gegen „Ungläubige“ und stellt Israel als illegitimen Staat dar – so ein neuer Bericht des in Israel ansässigen Alma Research and Education Center.
Basierend auf einer Analyse von 65 offiziellen syrischen Schulbüchern und Arbeitsheften, die vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse verwendet werden, argumentiert der Bericht, dass der Lehrplan religiösen Extremismus und antiisraelische Narrative fördert – und das zu einer Zeit, in der die neue Führung Syriens versucht, sich dem Westen als moderater zu präsentieren.
Die Schulbücher werden Berichten zufolge in Schulen in verschiedenen syrischen Provinzen verwendet, darunter Damaskus, Aleppo, Deraa und Latakia.
Zu den Ergebnissen des Berichts gehört, dass Israel durchweg delegitimiert und als Besatzer von Land dargestellt wird, das den Arabern gehört. Ein Arbeitsheft für Sozialkunde der 4. Klasse fragt die Schüler:
„Wie heißt das Land, das der zionistische Feind erobert hat?“
Die Schulbücher charakterisieren Israel als eine fremde Macht, die „arabisches Land“ gestohlen hat, während Karten Israel innerhalb seiner international anerkannten Grenzen einfach als Palästina bezeichnen.
Der Bericht stellte zudem fest, dass der israelisch-palästinensische Konflikt als Religionskrieg dargestellt wird, in dem zum Dschihad gegen Israelis und Juden aufgerufen wird. Ein Islamkunde-Lehrbuch für die vierte Klasse fordert Kinder dazu auf, sich dem Dschihad in Palästina anzuschließen, um gegen „die unterdrückerischen Juden“ vorzugehen.
Der Lehrplan definiert „offensiven Dschihad“ wie folgt:
„Gegen den ungläubigen Feind vorrücken, die Kontrolle über ihn und sein Land erlangen, bis sich die Länder und die Menschen dem Islam unterwerfen.“
Ein weiteres Arbeitsheft für die vierte Klasse lobt den sunnitischen Geistlichen Izz al-Din al-Qassam dafür, dass er gegen Christen und Juden zu den Waffen griff.
„Er setzte seinen Kampf gegen das Christentum und das Judentum in ganz Syrien und Palästina bis zum letzten Moment seines Lebens fort“, heißt es in dem Lehrbuch.
Der Lehrplan vermittelt syrischen Schülern zudem, dass die Juden „euer Land gestohlen“ hätten.
„Die Juden haben euer Land überflutet und euer Land gestohlen …“
Das Lehrbuch fügt das Zitat von al-Qassam hinzu:
„Ich werde nicht in diese Moschee zurückkehren, bis die Juden und die Engländer vertrieben worden sind.“
Der Bericht erscheint zu einer Zeit, in der Syrien nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes seinen politischen Wandel fortsetzt.
Das säkulare Assad-Regime stürzte im Dezember 2024 nach 54 Jahren an der Macht. Der ehemalige syrische Präsident Bashar al-Assad floh aus dem Land und erhielt politisches Asyl in Moskau, wo er offiziell seinen Wohnsitz hat.
Der ehemalige Al-Qaida-Anhänger Ahmad al-Sharaa übernahm nach Assads Abgang die Macht. Obwohl al-Sharaa bis vor kurzem von den Vereinigten Staaten als Terrorist eingestuft wurde und auf ihn ein Kopfgeld der USA ausgesetzt war, traf sich Präsident Donald Trump im Mai 2025 während einer Nahost-Reise mit ihm.
Im Anschluss an das Treffen lobte Trump den neuen syrischen Staatschef.
„Ein junger, attraktiver Mann, ein harter Kerl. Eine starke Vergangenheit, eine sehr starke Vergangenheit – ein Kämpfer. Er hat eine echte Chance, das Land zusammenzuhalten“, sagte Trump gegenüber Medienvertretern.
Die Trump-Regierung hob daraufhin die US-Sanktionen gegen Syrien auf und erklärte, sie wolle dem Land nach mehr als einem Jahrzehnt Bürgerkrieg die Möglichkeit geben, sich wirtschaftlich wieder aufzubauen.
Al-Sharaa hat versucht, seine Regierung gegenüber westlichen Regierungen als moderat und friedensorientiert darzustellen. Israelische Regierungsvertreter stehen den Absichten des neuen Regimes jedoch weiterhin skeptisch gegenüber.
Obwohl al-Sharaa versprochen hat, Syriens Minderheiten zu schützen, sollen regierungsnahe islamistische Gruppen christliche, kurdische, drusische und alawitische Gemeinschaften angegriffen haben.
Im Mai zeigten sich syrische Christen schockiert, nachdem Islamisten einen groß angelegten Pogrom-Angriff auf die christliche Stadt al-Suqaylabiyah verübt hatten.