Londoner Pastor Regan King über Kairos II, Theologie und die Zukunft der christlichen Unterstützung für Israel
Der Londoner Pastor Regan King fordert Christen dazu auf, sich das kürzlich veröffentlichte „Kairos II“-Dokument der Church of England genauer anzusehen, da dessen theologische Schlussfolgerungen und die Darstellung des israelisch-palästinensischen Konflikts seiner Meinung nach eine sorgfältige biblische Prüfung erfordern.
In einem Interview mit Paul Calvert erläuterte King, warum er der Ansicht ist, dass das Dokument eine einseitige Darstellung liefert, welche Bedenken ihn dazu veranlasst haben, eine öffentliche Petition gegen das Dokument zu starten, und warum er die Debatte als bedeutsam für Christen ansieht, die den Konflikt aus biblischer Perspektive verstehen wollen.
Eines der ersten Themen, auf die King einging, war das Fehlen messianisch-jüdischer Stimmen bei der Ausarbeitung des Dokuments. Im Rückblick auf den Entstehungsprozess sagte er: „Es gab absolut keine Abstimmung, keine Kommunikation und keine Einbeziehung der Perspektive messianischer Gläubiger.“
Er argumentierte, dass diese Auslassung besonders bedeutsam sei, angesichts der vielfältigen Gemeinden jüdischer und arabischer Gläubiger, die in ganz Israel gemeinsam Gottesdienst feiern.
Das Gespräch wandte sich dann der Theologie zu.
King erläuterte, warum er der Ansicht ist, dass „Kairos II“ die biblische Bedeutung Israels herabsetzt und Ideen widerspiegelt, die den Blick von dem ablenken, was er als Gottes beständige Bundesverheißungen ansieht.
Er erkannte zwar das Leid in den palästinensischen Gebieten an, betonte jedoch, wie wichtig es sei, zwischen Mitgefühl für die vom Konflikt Betroffenen und theologischen Schlussfolgerungen zu unterscheiden, die seiner Ansicht nach den breiteren biblischen und historischen Kontext nicht vollständig berücksichtigen.
Ein wesentlicher Teil des Interviews konzentrierte sich auf die Befreiungstheologie. King erläuterte, warum er der Ansicht ist, dass die christliche Botschaft weiterhin auf das Evangelium ausgerichtet sein sollte und nicht auf politische Ideologien. Er sagte: „Das Evangelium ist keine Botschaft des Widerstands. Es ist eine Botschaft der Buße. Es ist keine Botschaft davon, mit den fleischlichen Waffen dieser Welt zu kämpfen, sondern davon, zu erkennen, dass die Waffen unserer Kriegsführung nicht fleischlich sind.“
In der Diskussion ging es auch um Gottes Bund mit Israel und dessen anhaltende Bedeutung.
Unter Bezugnahme auf Römer 11,29 sagte King: „Die Verheißungen Gottes und die Bündnisse, die Gott geschlossen hat, sind unwiderruflich.“
Er verwies zudem auf historische Persönlichkeiten der Church of England, darunter William Wilberforce, Charles Simeon und J. C. Ryle, als Beispiele für christliche Führer, die die biblische Erwartung der Wiederherstellung Israels bekräftigten.
Über die Theologie hinaus reflektierte King über die Stimmung in London nach dem von der Hamas angeführten Angriff auf Gemeinden im Süden Israels am 7. Oktober 2023. Er sprach über den zunehmenden Antisemitismus, die wachsende Besorgnis innerhalb der jüdischen Gemeinschaft und darüber, warum diese Entwicklungen ihn dazu bewogen hatten, eine Petition gegen „Kairos 2“ zu starten, und erklärte: „Jemand musste etwas tun, jemand musste etwas sagen.“
Das Interview endete mit einem pastoralen Appell, in dem King seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass die jüdische Gemeinschaft Gottes Frieden, seine Liebe und die Unterstützung von Christen erfahren möge, die sich weiterhin verpflichtet fühlen, an ihrer Seite zu stehen.
Klicken Sie unten, um das vollständige Interview auf Englisch anzuhören und Kings umfassende Überlegungen zu „Kairos!!“, zur biblischen Theologie, zu Israel und zu den Herausforderungen, vor denen die Kirche heute steht, zu erfahren.