Warum es heute wichtig ist, Pfingsten neu zu entdecken – Der Weg zurück ist der Weg nach vorn!
Viele beten heute für eine Jesus-Bewegung – ein gewaltiges Wirken des Evangeliums in unserer Generation! Doch um zu verstehen, was es heute bedeutet, ein Nachfolger Jesu zu sein, müssen wir verstehen, wer wir als Nachfolger Jesu Christi ursprünglich waren. Pfingsten ist dabei das Fundament – der Ausgangspunkt der eigentlichen Jesus-Revolution.
Man könnte also sagen, dass der Weg nach vorn der Weg zurück ist. Schauen wir also zurück! Der Kontext von Pfingsten ist entscheidend.
Jesus wies die Jünger nach der Auferstehung an, in Jerusalem auf die Verheißung des Vaters zu warten (Apg 1,4). Heute wissen wir, dass für die Offenbarung dieser Verheißung ein bestimmter Tag vorgesehen war: der Pfingsttag.
Pfingsten gehört zu den drei Wallfahrtsfesten, die der Herr angeordnet hatte (2. Mose 23,14-17; 34,18-24; 5. Mose 16,16-17). „Pente“ bedeutet fünfzig und bezieht sich auf die fünfzig Tage nach dem Passahfest bis zur Ernte. Der hebräische Name Schawuot bedeutet „Wochen“. Es ist ein Erntefest, das das Ende der Gerstenernte und die Erstlingsfrüchte der Weizenernte feiert.
Doch für die Hunderttausenden, die damals zu Pfingsten nach Jerusalem kamen, war dieser Tag auch mit der Überlieferung verbunden, dass die Tora – die ersten fünf Bücher der Bibel – etwa 1300 Jahre zuvor an Pfingsten gegeben worden war. Die jüdische Tradition wird Zman Matan Tora genannt, „die Zeit der Gesetzgebung“, als der Herr sein Volk aus Ägypten herausführte und es in eine Beziehung zu sich berief. Die Erde bebte, Blitze zuckten auf, und Gott sprach im Donner.
Was fünfzig Tage nach Jesu Tod am Kreuz geschah – „als der Pfingsttag vollendet war“ (Apg 2,1) –, zeigt deutliche Parallelen zwischen der Gabe des Gesetzes und dem Beginn der Jesus-Revolution.
Gott hatte 1300 Jahre zuvor auf dem Berg Sinai Seine Gegenwart offenbart; am Beginn der Jesus-Revolution auf dem Berg Zion offenbarte Gott 120 jüdischen Gläubigen Seine Gegenwart, Seine Kraft und Seine Bestimmung.
Auf dem Sinai schrieb Gott seine Gebote mit seinem Finger auf steinerne Tafeln; auf dem Zion schrieb der Geist Gottes die Gebote in menschliche Herzen.
Am Berg Sinai wurden 3.000 Menschen wegen Götzendienstes gerichtet; am Beginn der Jesus-Revolution auf dem Berg Zion kamen 3.000 Menschen zum Glauben an Jesus, den Messias!
Im Grunde verbreitete sich die Erkenntnis Gottes durch den treuen Überrest Israels – die 120 Nachfolger Jesu auf dem Berg Zion. Sie wurden öffentlich durch Feuerzungen über ihren Köpfen gekennzeichnet und erhielten die Gabe der Zungenrede, um die großen Taten Gottes einer internationalen Menschenmenge aus fünfzehn verschiedenen Regionen und Sprachgruppen zu verkünden (Apg. 2,3; 5–11).
Nachdem Petrus vom Geist ermächtigt und begabt worden war, verkündete er, dass Jesus durch seinen Tod, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt alles neu mache und wiederkommen werde, um sein Reich in Jerusalem aufzurichten.
Der Neue Bund, der durch das Blut Jesu am Kreuz am Passahfest (14. Nisan) besiegelt worden war, verwandelte nun 3.000 Juden, die Buße getan hatten und von dem Geist Gottes erfüllt waren (Apg 3,37–41).
Von nun an konnten auch die Nationen der Welt in den Neuen Bund eintreten, der Israel gegeben worden war, um die Welt durch den Messias Israels zu segnen, und konnten nun auch die Ausgießung des Geistes Gottes erfahren (Apg 2,16–21; 39).
Der Kontext offenbart hier einen unaufhaltsamen Plan Gottes! Sowohl das Passahfest als auch Pfingsten waren prophetisch. Ihre endgültige Erfüllung liegt in der Person und im Werk Jesu, des Messias.
Vor Jahren wurde der Apologet und christliche Philosoph Francis Schaeffer gefragt: „Was ist das größte Hindernis für die moderne Kirche?“ Seine Antwort war faszinierend, sowohl in dem, was er nicht sagte, als auch in dem, was er sagte.
Er sagte nicht, dass die Hauptprobleme die „Ismen“ in der Kultur seien (d. h. Sensualismus, Materialismus, Atheismus, Relativismus), sondern er sagte vielmehr: „Das eigentliche Problem ist folgendes: Die Kirche des Herrn Jesus Christus neigt dazu, sowohl individuell als auch als Gemeinschaft das Werk des Herrn eher aus eigener Kraft als in der Kraft des Geistes zu tun. Das zentrale Problem liegt immer inmitten des Volkes Gottes, nicht in den Umständen, die es umgeben.“
Die Wiederentdeckung der Grundlagen der Jesus-Revolution im ersten Jahrhundert in ihrem ursprünglichen Kontext kann Erneuerung und sogar eine Neuausrichtung auf Gottes eigentlichen Auftrag für die Gemeinde bringen.
Im Folgenden sind nur einige Beispiele aufgeführt.
Erstens zeigt uns der Kontext von Pfingsten, dass Gottes Absichten für unser Leben nur in seiner Kraft verwirklicht werden können.
Jesus sagte: „denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen… sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!“ (Apostelgeschichte 1,4–5; 8)
Das Wirken des Geistes ist umfassend.
Er wohnt im Gläubigen und gibt die Gewissheit, ein Kind Gottes zu sein (Römer 8,16). Er bringt den Gläubigen in eine innige Beziehung zu Abba, dem Vater (Römer 8,15). Der Geist kommt über den Gläubigen, um ihn mit göttlichen Gaben für den göttlichen Auftrag auszurüsten (Apostelgeschichte 1,16). In Sacharja 4,6 heißt es: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! spricht der HERR der Heerscharen.“
Der Geist Gottes ist die Quelle unserer Kraft in allen Bereichen unseres Lebens.
Wir müssen täglich „vom Geist erfüllt“ sein (Epheser 5,18).
Zweitens zeigt der Kontext, dass Petrus sich an ein bestimmtes Publikum wandte: „Ihr Männer von Israel …“ (Apostelgeschichte 2,22). Im Prinzip spricht dies von einer Priorität, die oft übersehen wird. In Römer 1,16 schrieb Paulus: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“
Römer 1,16 ist im Präsens verfasst, was bedeutet: Wenn das Evangelium immer noch die Kraft Gottes „zur“ Errettung ist und immer noch für „alle, die glauben“, gilt, dann gilt das Evangelium immer noch „zuerst den Juden“. Der Begriff „zuerst“ spricht nicht bloß von der Reihenfolge, sondern von der Priorität.
Später unterstrich Petrus die Verbindung zwischen jüdischer Evangelisation und den letzten Zeiten, indem er sagte: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen und er den sende, der euch zuvor verkündigt wurde, Jesus Christus, den der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat.“ (Apg 3,19–21)
Dies deckt sich mit den Worten Jesu: „Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! ‘“ (Mt 23,39)
Und in Offenbarung 1,7 heißt es: „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde! Ja, Amen.“
Die Realität ist: Bevor die Welt „ihn sieht“, wird sich Jerusalem „zu ihm bekehren“! (Sach 12,10) „Und so wird ganz Israel gerettet werden ...“ (Röm 11,26)
Daraus wird deutlich, dass es im Bereich der Evangelisation einen geistlichen Kampf gibt. Denn wenn Jerusalem ihn erst sieht, wenn es ihn willkommen heißt, dann wird auch die Welt ihn erst sehen, wenn Jerusalem ihn empfängt.
Die Grundlage der Jesus-Revolution erinnert uns daran, dass wir nicht zulassen dürfen, dass die Evangelisation der Juden zur „großen Auslassung“ des Missionsauftrags wird.
Drittens offenbart der Kontext von Pfingsten, dass der Kern der Mission und der Verkündigung der Kirche die Person und das Werk Jesu ist! Petrus verkündete: „Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth …“ (Apostelgeschichte 2,22)
Der Fokus muss auf Jesus liegen – auf seinem Tod am Kreuz, der die Trennung zwischen Gott und Mensch überbrückte, und auf seiner Auferstehung, die zeigt, dass er alles neu macht.
Jesus sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Johannes 14,6)
In Apostelgeschichte 4,12 heißt es: „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“
Es gibt nur einen Grund, warum ein Mensch ewiges Leben und eine richtige Beziehung zu Gott haben kann: die Entscheidung, Jesus nachzufolgen. (Johannes 14,6; Römer 10,13; Apostelgeschichte 4,12; Johannes 3,16)
Viertens offenbart der Kontext die Bedeutung der Buße. Am Pfingsttag waren die Menschen „zutiefst erschüttert“ und sagten: „Männer und Brüder, was sollen wir tun?“ Petrus antwortete: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“ (Apostelgeschichte 2,37–39)
Das Wort „Buße tun“ ist eigentlich ein griechisches Wort – Metanoia. Metanoia bedeutet, die eigene Denkweise zu ändern, was zu einer Veränderung des Lebens führt: weg von einem selbstbezogenen Leben in Rebellion gegen Gott hin zu völliger Hingabe an Jesus Christus als Herrn und Retter.
Der Aufruf zur Buße und die Verheißung, den Heiligen Geist und die Vergebung der Sünden zu empfangen, gelten auch heute noch. Tatsächlich gebietet Gott allen Menschen, Buße zu tun! „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Apostelgeschichte 17,3-31)
Der große Evangelist D. L. Moody drückte es so aus: „Buße bedeutet, aus einem Zug auszusteigen und in einen anderen einzusteigen. Du bist im falschen Zug; du befindest dich auf dem breiten Weg, der dich hinab in die Hölle führt. Steig noch heute aus. Kehr um!“
Schließlich erinnert uns der Kontext von Pfingsten daran, dass sich Gottes Plan in einem jüdischen Kontext entfaltete. Das ist entscheidend für das Verständnis der Schrift.
Wir brauchen heute großartige Lehrer!
Wir brauchen heute großartige Evangelisten!
Wir brauchen eine Kirche, die in der Wahrheit gegründet und mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, um Jesus bekannt zu machen!
Es ist ein JÜDISCHER KONTEXT, der die Grundlage für eine genaue Auslegung der Schrift sowie für bibeltreue Verkündigung ist und für eine Evangelisation, die Menschen im globalen 21. Jahrhundert erreicht.
Greg Denham ist der leitende Pastor der Rise Church in San Marcos, Kalifornien. Er ist der Gründer von "The Context Movement" und leitet die jährlich stattfindenden "Friends of Israel Weekends", um Antisemitismus zu bekämpfen und Freundschaften zwischen Christen und Juden zu fördern. Er ist Autor des neuen Buches "Rediscovering the Original Jesus Movement (How 1st Century Context Clarifies God's Will & Course-Corrects the Church Today!).