US-Finanzministerium prüft die Überweisung eingefrorener iranischer Vermögenswerte an Golfstaaten, die von iranischen Angriffen betroffen sind
In einem Schritt, der die laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran erschweren könnte, erklärte eine Quelle aus dem Umfeld von US-Finanzminister Scott Bessent am Wochenende, dass die von der iranischen Regierung geforderten eingefrorenen iranischen Vermögenswerte stattdessen an Golfstaaten weitergeleitet werden könnten, die während des Krieges durch iranische Raketen- und Drohnenangriffe Schaden erlitten haben.
Die gemeldeten Diskussionen finden statt, während iranische Raketen- und Drohnenangriffe weiterhin auf Amerikas Verbündete am Golf abzielen.
Am Wochenende startete der Iran eine Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen gegen Kuwait und Bahrain. Während die meisten von US-Streitkräften abgefangen wurden, verursachten einige Schäden. Die USA griffen daraufhin als Vergeltungsmaßnahme iranische Ziele in Goruk und auf der Insel Qeshm an.
Unterdessen hat Finanzminister Scott Bessent Berichten zufolge Teams gebildet, um die durch iranische Angriffe auf die Infrastruktur der Verbündeten Washingtons am Golf verursachten Schäden zu bewerten – ein Schritt, der oft unternommen wird, bevor Reparationszahlungen angeordnet werden.
Der Streit um eingefrorene iranische Vermögenswerte hat sich zu einem zentralen Thema bei den Bemühungen entwickelt, den Konflikt zu beenden und die Straße von Hormus wieder für den regulären Schiffsverkehr zu öffnen – eine Entwicklung, die von den globalen Energiemärkten aufmerksam verfolgt wird.
Eine weitere Komplikation für die Verhandlungen ergab sich, als Mohsen Rezaei, ein Berater des obersten Führers des Iran, am Wochenende gegenüber CNN erklärte, dass jede Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus davon abhänge, dass die Vereinigten Staaten 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben.
Milliarden von Dollar an Vermögenswerten der iranischen Regierung, die vor der Islamischen Revolution von 1979 bei US-Banken hinterlegt wurden, sind seit Jahrzehnten eingefroren. Weitere iranische Vermögenswerte in Europa und anderswo wurden durch aufeinanderfolgende Runden internationaler Sanktionen ebenfalls eingefroren oder beschlagnahmt.
Diese Forderung, gepaart mit den anhaltenden Angriffen des Iran auf Golfstaaten, scheint die Bemühungen um eine Einigung zu verlangsamen. Über pakistanische Vermittler werden weiterhin Botschaften zwischen Vertretern der Trump-Regierung und iranischen Vertretern ausgetauscht, doch es bleibt unklar, wer innerhalb des Iran die Befugnis besitzt, verbindliche Entscheidungen zu treffen.
Die Unsicherheit rührt zum Teil daher, dass Mojtaba Khamenei, den die iranischen Behörden als obersten Führer des Landes identifiziert haben, nicht öffentlich in Erscheinung tritt. Khamenei ist seit längerer Zeit nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden, was Spekulationen über seinen Status ausgelöst hat.
Gleichzeitig sind hochrangige Führer des Korps der Islamischen Revolutionsgarden weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden, was einige Beobachter dazu veranlasst, zu hinterfragen, wie die Entscheidungsgewalt derzeit innerhalb der iranischen Führungsstruktur ausgeübt wird.
Unabhängig von diesen Fragen würde die vom Finanzministerium gemeldete Erwägung, eingefrorene iranische Vermögenswerte an Golfstaaten zur Instandsetzung der durch iranische Angriffe beschädigten Infrastruktur umzuleiten, wahrscheinlich auf starken Widerstand seitens iranischer Beamter stoßen.
Während die Verhandlungen andauern, zeigen die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Seiten kaum Anzeichen einer Beruhigung. Gleichzeitig wächst auf den globalen Märkten die Sorge über einen Rückgang der Lieferungen von Rohöl, Erdgas und anderen Rohstoffen aus der Persischen Golfregion.
Um weiterhin internationale Geschäfte tätigen zu können, stützt sich die iranische Regierung in hohem Maße auf Finanznetzwerke auf dem Schwarzmarkt, von denen viele durch Banken in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar ermöglicht wurden. Beide Länder waren während des aktuellen Konflikts Ziel iranischer Raketen- und Drohnenangriffe.
Infolgedessen könnten diese Bankkanäle in Zukunft weniger bereit sein, den Iran zu unterstützen, was Teheran möglicherweise weniger Optionen für die Abwicklung internationaler Finanztransaktionen lassen würde.
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