Israels Rüstungsindustrie kehrt auf der Farnborough Airshow auf die Weltbühne zurück
Israelische Rüstungsunternehmen werden in dieser Woche auf der Farnborough International Airshow im Vereinigten Königreich fortschrittliche, kampferprobte Technologien präsentieren und kehren damit nur wenige Monate nach den Beschränkungen bei einer großen Rüstungsmesse in Frankreich zu einer der weltweit führenden Luftfahrt- und Rüstungsmessen zurück.
Die Veranstaltung, die am Montag vor den Toren Londons eröffnet wird, findet zu einer Zeit statt, in der europäische Regierungen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine weiterhin massiv in die Verteidigung investieren und gleichzeitig nach Technologien suchen, die sich im realen Kampfeinsatz bewährt haben.
Israelische Hersteller hoffen, dass die in den jüngsten Konflikten gegen den Iran und dessen regionale Stellvertreter gesammelten Einsatzerfahrungen ihre Position auf dem zunehmend umkämpften globalen Verteidigungsmarkt stärken werden.
Zu den ausstellenden Unternehmen gehört Rafael Advanced Defense Systems, einer der „großen Drei“ unter den israelischen Rüstungsherstellern neben Israel Aerospace Industries und Elbit Systems.
Rafael kündigte diese Woche an, Systeme zu präsentieren, die während der jüngsten Kriege Israels gegen den Iran und dessen terroristische Stellvertreter – insbesondere die Hisbollah im Libanon und die Houthis im Jemen – intensiv zum Einsatz gekommen sind.
Das Unternehmen erklärte, die Einsatzbilanz seiner Systeme unterscheide diese von Technologien, die sich noch nicht im Kampf bewährt hätten.
Laut Yoav Tourgeman, CEO und Präsident von Rafael, hat das sich wandelnde globale Sicherheitsumfeld die Nachfrage nach kampferprobten Verteidigungssystemen erhöht.
„Das Sicherheitsumfeld hat sich grundlegend verändert – und damit auch die Erwartungen an Rüstungslieferanten“, sagte Tourgeman. „Das Portfolio von Rafael in Farnborough spiegelt genau diese Entwicklung wider.“
Er erklärte, die Ausstellung des Unternehmens umfasse Systeme, die durch operative Erfahrungen weiterentwickelt wurden, und keine experimentellen Technologien.
„Das sind keine Konzepte oder Prototypen. Es sind im Kampfeinsatz bewährte Systeme“, sagte Tourgeman.
Tourgeman argumentierte, dass diese operativen Erfahrungen Rafael einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
„Diese Kombination aus bewährter Leistung und Lieferzuverlässigkeit bietet Rafael seinen Partnern, und genau das macht unsere Bedeutung auf diesem Markt aus.“
Führungskräfte der israelischen Verteidigungsindustrie betonen seit langem, dass die Nachfrage nach israelischer Militärtechnologie trotz diplomatischer Kritik seitens einiger europäischer Regierungen weiterhin stark ist.
Da europäische Staaten als Reaktion auf die anhaltende militärische Bedrohung durch Russland ihre Verteidigungsausgaben erhöhen, konnte israelische Unternehmen bedeutende Aufträge gewinnen, insbesondere in den Bereichen Luftverteidigung, Cyberfähigkeiten und unbemannte Flugsysteme.
Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke von Rafael dürfte das Laser-Luftabwehrsystem „Iron Beam“ sein, das zum Abfangen von Raketen, Mörsergranaten und Drohnen entwickelt wurde.
Da die Streitkräfte nach kostengünstigeren Alternativen zu Abfangraketen suchen – deren Herstellung und Nachschub teuer sind –, stoßen Richtstrahlwaffen wie „Iron Beam“ auf wachsendes internationales Interesse.
Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, dass es die Einführung von „Iron Beam 450“ vorbereitet, einer verbesserten Version des Systems, das derzeit bei den israelischen Streitkräften eingeführt wird. Rafael wird außerdem die Varianten „Iron Beam-M“ und „LITE BEAM“ vorstellen, die für unterschiedliche Einsatzumgebungen konzipiert sind, darunter stationäre Anlagen, mobile Plattformen und vorgeschobene Einsatzstellungen.
Rafael wird zudem seinen Marschflugkörper der fünften Generation „ICE BREAKER“ präsentieren, der nach Angaben des Unternehmens Ziele in einer Entfernung von bis zu 300 Kilometern bei jeder Wetterlage treffen kann. Der Flugkörper zeichnet sich durch einen geringen Radarquerschnitt und eine geländefolgende Navigation aus, was Präzisionsschläge ermöglicht und gleichzeitig seine Entdeckung und Abfangung erschwert.
Der ICE BREAKER ist für den Abschuss von Flugzeugen, Schiffen und bodengestützten Plattformen konzipiert und bietet Streitkräften Flexibilität über mehrere Teilstreitkräfte hinweg – eine Fähigkeit, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, da westliche Streitkräfte bestrebt sind, ihre Fernkampfkapazitäten auszubauen und zu modernisieren.
Ebenfalls ausgestellt wird Rafaels Zielsuchbehälter LITENING 5, der von mehreren verbündeten Luftstreitkräften übernommen wurde, darunter auch von der deutschen Luftwaffe für ihre Eurofighter-Typhoon-Flotte.
Der in Israel entwickelte Zielsuchbehälter kam zudem bei Einsätzen zum Einsatz, bei denen im Rahmen jüngster Konflikte Hunderte von Drohnen abgefangen wurden.