Wie „The Art of the Deal“ Trumps jüngste Kontroverse um Israel erklärt
US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen zu Israel erneut für Kontroversen gesorgt, die in den sozialen Medien und den Kabelnachrichtensendern sofort für Aufsehen sorgten. In einer Rede am Montag deutete Trump an, dass Israel in großer Gefahr wäre – oder vielleicht gar nicht mehr so existieren würde, wie es heute der Fall ist –, hätte er sich nicht persönlich eingeschaltet.
Es war eine klassische Trump-Formulierung: Nimmt man ihn aus der Gleichung heraus, wird das Ergebnis dramatisch schlechter.
Präsident Trump hat wohl mehr für Israel getan als jeder andere moderne US-Präsident. Seine Behauptung, Israel würde ohne ihn nicht existieren, ist jedoch eher als Beispiel für seine charakteristische Übertreibung und sein Ego zu betrachten als eine Aussage mit biblischer Grundlage, insbesondere angesichts biblischer Passagen, die beschreiben, dass Israel in den letzten Tagen existieren wird.
Aber es geht nicht nur um sein Ego. Die Geschichte hat noch mehr zu bieten, und darauf werden wir gleich eingehen. Lassen Sie uns zunächst das Muster aufzeigen, das hier am Werk ist, und was dahinter steckt. Es reicht weit über Israel hinaus.
Trump vertritt seit Jahren Varianten desselben Arguments. Die Formulierung ändert sich, die Struktur jedoch selten.
In Bezug auf Russlands Invasion in der Ukraine hat Trump wiederholt betont: „Das wäre niemals passiert, wenn ich Präsident gewesen wäre.“
Was die NATO angeht – erinnern Sie sich an diesen Satz? „Ohne mich gäbe es die NATO gar nicht.“
Wie sieht es mit der Wirtschaft aus: „Ohne mich hättet ihr eine Depression gehabt.“
Selbst wenn es um Untergangsszenarien geht, spricht Trump davon, die Lage zu retten: „Wir steuern auf den Dritten Weltkrieg zu … Nur ich kann ihn aufhalten“, hat Trump ausgerufen.
Der rote Faden ist unverkennbar. Trump präsentiert sich konsequent als die entscheidende Variable.
Es wäre einfach, all dies auf egozentrisches oder narzisstisches Verhalten zurückzuführen. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Trump ein gesundes Ego hat. Er genießt es, sich mit fremden Federn zu schmücken. Er steht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch wenn man einen Schritt zurücktritt und Trumps gesamte Kommunikationsweise der letzten vierzig Jahre betrachtet, zeichnet sich eine andere Erklärung ab.
Seine Äußerungen sind kein Zufall. Sie stimmen bemerkenswert gut mit der PR-Philosophie überein, die er vor Jahrzehnten in „The Art of the Deal“ dargelegt hat.
Schauen wir uns das einmal genauer an.
Die vielleicht aufschlussreichste Passage findet sich dort, wo Trump das einführt, was er als „wahrheitsgemäße Übertreibung“ bezeichnet. Er beschreibt sie als „eine harmlose Form der Übertreibung“, und dann folgt der entscheidende Satz: „Die Menschen wollen glauben, dass etwas das Größte, das Beste und das Spektakulärste ist.“ Sehen Sie den Zusammenhang?
Anstatt also zu sagen, er habe Israel geholfen, behauptet Trump, Israel gäbe es ohne ihn vielleicht gar nicht. Anstatt zu sagen, er habe die NATO gestärkt, behauptet er, er habe die NATO gerettet. Anstatt zu argumentieren, seine Politik habe das Kriegsrisiko verringert, behauptet er, nur er könne den Dritten Weltkrieg verhindern. All das passt fast perfekt in die Kommunikationsstrategie, die Trump selbst vor fast vier Jahrzehnten beschrieben hat.
Ein weiterer berühmter Satz aus „The Art of the Deal“ ist vielleicht noch aufschlussreicher. Er schrieb: „Ich denke gerne in großen Dimensionen.“ Trump stellt Themen selten als schrittweise Verbesserungen dar. Stattdessen geht es fast immer um existenzielle Fragen. Länder überleben oder verschwinden. Volkswirtschaften boomen oder brechen zusammen.
Im gesamten Buch betrachtet Trump erfolgreiche Verhandlungen immer wieder aus der Perspektive des „Dealmakers“. Und natürlich ist Trump der ultimative „Dealmaker“. Letztendlich liegt der Schwerpunkt weniger auf dem Projekt als vielmehr auf der Person, die es verwirklicht hat. Das erklärt auch, warum Trump so oft „ich“ sagt statt „meine Regierung“ oder „die Vereinigten Staaten“.
Anders ausgedrückt: Trumps Führung hat den Erfolg hervorgebracht, und aus Sicht des Brandings ist das enorm wirkungsvoll. Der „Dealmaker“ wird untrennbar mit dem Deal selbst verbunden.
Als Trump jedoch am Montag diese Äußerungen über Israel machte, stießen sie verständlicherweise bei Israelis und amerikanischen Israel-Unterstützern auf Ablehnung.
Schließlich zeigt die Geschichte, dass Israel seinen Unabhängigkeitskrieg 1948 überstanden hat, obwohl es keine direkte militärische Hilfe aus den USA erhielt, und fast zwei Jahrzehnte später verblüffte Israel die Welt, indem es Ägypten, Jordanien und Syrien während des Sechstagekriegs 1967 dank der Fähigkeiten der israelischen Streitkräfte besiegte – nicht durch direkte amerikanische Militärintervention.
Zudem werden evangelikale Christen die Ersten sein, die alle daran erinnern, dass Gott einen besonderen Plan für das Volk Israel hat und die Bibel deutlich macht, dass Israel in der Endzeit bestehen wird.
Trotz alledem ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass letztendlich vielleicht doch die alte Beobachtung zutrifft. Wenn es um Donald Trump geht, mag es klug sein, ihn ernst zu nehmen – aber nicht immer wörtlich. Diese Einstellung könnte dabei helfen, einige der übertriebenen Äußerungen, die häufiger als selten zu hören sind, leichter zu verdauen.