Opinion Blog / Guest Columnist
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Meinung

Warum Schönheit?

„Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit!“ – Jesaja 6,3

 
Kunstwerk von Elhanan ben-Avraham

Wenn blinder, ungelenkter Zufall die Welt, wie wir sie sehen, erschaffen und geformt hätte, dann hätte er dabei Wunderbares vollbracht. Aber warum gibt es Schönheit? Wohin man auch blickt, überall ist sie zu finden: harmonisch und beruhigend. Blauer Himmel und prächtige Wolken und goldene Sonnenuntergänge, glitzernde Meere und sich windende blaue Flüsse, ganz zu schweigen von schönen Frauen und schönen Pferden, schönen Bäumen und wunderschönen, vielfarbigen Fischen und dem sich wölbenden Regenbogen.

Selbst in der Hitze des Sommers erstrahlt das trockene Land Israel, das sich von jahrhundertelanger Verwüstung erholt hat, in voller Schönheit. Wo einst karge Berge waren (siehe Mark Twains Beschreibung von 1867 in „The Innocents Abroad“), erstrecken sich heute üppige grüne Wälder aus Kiefern, stattlichen Zypressen, Eichen, Feigen-, Oliven- und Eukalyptusbäumen, in deren Schatten und Schutz Persische Damhirsche, Antilopen und Wildschweine Zuflucht finden. Die Küstentäler sind heute übersät mit goldenen Feldern geernteten Weizens, die sich harmonisch mit grünen Obstgärten mit Obstbäumen und Weinreben sowie grünen Maisfeldern abwechseln, untermalt vom funkelnden Blau des Mittelmeers.

In Galiläa bilden die lieblichen, sanften Hügel über den fruchtbaren, gepflügten Tälern und Fischzuchtbetrieben einen Kontrast zum hoch aufragenden Berg Hermon, der im Winter schneebedeckt ist und dessen lebensspendendes Wasser in das Flusssystem des Jordans hinabstürzt und das Jordantal fruchtbar macht. Und der Kinneret – der See Genezareth – schimmert metallisch blau vor dem pastellfarbenen Hintergrund der goldenen Hügel, die allesamt die Spuren einer jahrtausendealten Geschichte tragen.

Und heute sind die felsigen Berge Jerusalems bewaldet und mit farbenfrohen Gärten bepflanzt. Es ist sehr wunderschön. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine subjektive Wahrnehmung, wie man sagt: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ Denn jedes menschliche Auge könnte kaum anders darauf reagieren.

Aber warum gibt es Schönheit und nicht die groteske Hässlichkeit einer blinden, sinnlosen und zufälligen Evolution? Für wen ist diese Schönheit und Anmut bestimmt, die der Künstler malen muss, der Musiker in Musik umsetzen muss und der Dichter in Poesie verwandeln muss?

Für wen ist sie bestimmt, sodass der dankbare Gläubige singen kann: „Wie groß bist du“?