Bericht: Hamas plante Terroranschlag nach Vorbild des 7. Oktober in Europa zum zweiten Jahrestag des Massakers
Die Terrororganisation hat ein europaweites Netzwerk aufgebaut und zahlreiche Waffenlager eingerichtet
Laut einem Bericht der Schweizer Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) aus dieser Woche plante die Hamas einen groß angelegten Terroranschlag auf jüdische oder israelische Ziele in Europa, der zeitlich mit dem zweiten Jahrestag des Terrorangriffs und Massakers vom 7. Oktober in Israel zusammenfallen sollte.
Der Bericht folgte unmittelbar auf die jüngste einer Reihe von Festnahmen von Hamas-Aktivisten in Europa und unterstreicht die konsequenten Bemühungen der Terrororganisation, die Reisefreiheit innerhalb der Europäischen Union zu nutzen, um Anschläge zu koordinieren und Waffenlager einzurichten.
Anfang Juni dieses Jahres nahmen griechische Spezialeinheiten einen 37-jährigen Ägypter palästinensischer Herkunft auf der Insel Kreta fest. Die Polizei fand zudem in seiner Athener Wohnung Spezialausrüstung zur Herstellung von Bomben, darunter auch die erforderlichen Chemikalien. Die Festnahme erfolgte, nachdem die zyprische Polizei zwei weitere Palästinenser festgenommen hatte, die mit ihm in Kontakt gestanden hatten.
Die Zelle plante offenbar einen Anschlag auf ein israelisches Kreuzfahrtschiff, das wiederholt in den Fokus der Medien gerückt war, nachdem es Ziel teilweise gewalttätiger anti-israelischer Proteste geworden war.
Vertreter der Hamas und ihre Anhänger haben oft lautstark behauptet, die Terrororganisation sei ausschließlich im Gazastreifen aktiv und verfolge dort den angeblichen Kampf gegen die israelische Besatzung.
Dies wird als Argument herangezogen, dass israelische Militäroperationen in Judäa und Samaria oder im Libanon im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg ungerechtfertigt seien, da es dort keine Präsenz der Hamas gebe.
Dies ist jedoch weit von der Wahrheit entfernt. Die griechisch-zyprische Zelle stand Berichten zufolge in direktem Kontakt mit dem militärischen Flügel der Hamas im Libanon, wo die Gruppe in den letzten Jahren eine starke Präsenz aufgebaut hat.
Der unter der Führung des getöteten Saleh al-Arouri aufgebaute libanesische Zweig ist tief in die Bemühungen der Terrororganisation verwickelt, ein Netzwerk von Aktivisten in ganz Europa aufzubauen, mit besonderem Schwerpunkt auf Deutschland.
Allein seit Oktober vergangenen Jahres hat die Bundesanwaltschaft neun mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Deutschland sowie auf Zypern, in Dänemark, London und Wien festgenommen.
Bundesgeneralstaatsanwalt Jens Rommel erklärte gegenüber der NZZ, er gehe davon aus, dass dieses Netzwerk Waffen gehortet und einen Anschlag auf jüdische oder israelische Ziele in Europa geplant habe. Zudem sei ein vorab aufgezeichnetes Video, in dem die Verantwortung für den vereitelten Anschlag übernommen wurde, für den 7. Oktober 2025 geplant gewesen.
Einer der im vergangenen November in London festgenommenen Männer soll der Sohn des ranghohen Hamas-Funktionärs Bassem Naim sein. Nach seiner Festnahme sowie der von drei weiteren Verdächtigen in Berlin Ende vergangenen Jahres bestritt die Hamas jede Verbindung zu den Beschuldigten.
Die Terrororganisation erklärte, diese Behauptung sei „völlig unbegründet und ziele darauf ab, den Ruf der Bewegung zu schädigen und die Sympathie des deutschen Volkes für unser palästinensisches Volk zu untergraben“.
Das Hamas-Netzwerk soll mindestens 13 Pistolen, ein AK-47-Sturmgewehr und mehr als 900 Schuss Munition durch Skandinavien, Deutschland und Österreich transportiert haben – allesamt Teil des Schengen-Raums, in dem es keine Kontrollen an den gemeinsamen Binnengrenzen gibt.
Ebenfalls im November letzten Jahres entdeckte das österreichische Direktorium für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) eines der in Wien versteckten Waffenlager und stellte fest, dass die Waffen für „mögliche Terroranschläge in Europa“ bestimmt waren und dass „israelische oder jüdische Einrichtungen in Europa die beabsichtigten Ziele der geplanten Anschläge waren“.
Die israelische Botschaft in Wien bedankte sich daraufhin bei den Behörden und betonte, dass „die Hamas nicht nur eine Bedrohung für Israel oder Juden darstellt. Sie ist eine regionale und globale Gefahr für alle, die Freiheit und Sicherheit schätzen.“
Doch während dieser jüngste Komplott offenbar durch den 7. Oktober inspiriert war und Teil des andauernden Krieges gegen Israel ist, begannen die Pläne der Hamas, Waffen für Terroranschläge in Europa vorzubereiten, bereits Jahre zuvor.
Im Mai wurden vier Hamas-Mitglieder in Berlin zu Haftstrafen zwischen vier und sechs Jahren verurteilt, weil sie ein logistisches Netzwerk aufgebaut hatten, um potenzielle Anschläge auf jüdische oder israelische Ziele in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu unterstützen.
Die Männer waren bereits im Dezember 2023 festgenommen worden und hatten es geschafft, mehrere Waffenlager in ganz Europa einzurichten.
Der Terrorismusexperte Michael Götschenberg erklärte damals gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD: „Jahrelang ging der deutsche Inlandsgeheimdienst (das Bundesamt für Verfassungsschutz) davon aus, dass die Hamas Deutschland lediglich als sicheren Hafen nutze und keine Anschläge auf deutschem Boden plane.“
„Es scheint, dass sich die Hamas nun bei der Beschaffung von Waffen auf Netzwerke der organisierten Kriminalität in Europa stützt“, erklärte er, „Möglicherweise sucht sie auf diesem Weg auch nach Personen, die Anschläge im Auftrag der Organisation in Deutschland verüben könnten.“
Abschließend warnte Götschenberg: „Anschläge der Hamas – insbesondere auf jüdische und israelische Einrichtungen in Deutschland – gelten inzwischen als reale und anhaltende Bedrohung.“