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Israels Haushaltsdefizit geht zurück dank stark steigender Steuereinnahmen

 
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hält im Finanzministerium in Jerusalem eine Pressekonferenz ab, am 19. Mai 2026. (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Das israelische Finanzministerium meldete am Dienstag positive Wirtschaftsnachrichten und veröffentlichte Zahlen, aus denen hervorgeht, dass sich das Haushaltsdefizit der Regierung im August verringert hat – vor dem Hintergrund höher als erwarteter Steuereinnahmen und einer Belebung der Wirtschaftstätigkeit, da sich das Tempo des Krieges verlangsamt hat und sich Sektoren wie Landwirtschaft und Tourismus allmählich erholen.

Nach den von der Generalbuchhalterin Michal Abadi-Boiangiu veröffentlichten Zahlen verzeichnete die Regierung im August 2026 ein Defizit von rund 7,9 Milliarden NIS (2,2 Milliarden Euro), nach 9,6 Milliarden NIS (2,7 Milliarden Euro) im August 2025.

Das kumulierte Defizit beläuft sich derzeit auf etwa 3,2 % des Bruttoinlandsprodukts, was einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht und deutlich unter der von der Knesset im jüngsten Haushaltsplan festgelegten Obergrenze von 4,9 % liegt.

Nominal hat das Defizit seit Anfang 2026 etwa 19,2 Mrd. NIS (5,5 Mrd. Euro) erreicht. Das gleitende 12-Monats-Defizit beläuft sich auf rund 71 Mrd. NIS (20,2 Mrd. Euro).

Die Steuereinnahmen beliefen sich im August auf insgesamt rund 47,9 Mrd. NIS (13,6 Mrd. Euro), womit sich die gesamten Steuereinnahmen für das Jahr 2026 bis zum Monatsende auf rund 410,1 Mrd. NIS (116,7 Mrd. Euro) beliefen. Dies entspricht einem Anstieg von fast 11,5 % gegenüber den Steuereinnahmen in Höhe von 367,7 Milliarden NIS (104,6 Milliarden Euro), die die Regierung im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025 eingenommen hatte.

Gleichzeitig beliefen sich die Staatsausgaben bis Ende August 2026 auf rund 429,3 Mrd. NIS (122,1 Mrd. Euro), verglichen mit rund 414,5 Mrd. NIS (117,9 Mrd. Euro) im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Zahlen deuten kurzfristig auf eine relativ solide Haushaltslage hin, wobei steigende Steuereinnahmen dazu beitragen, das Defizit trotz höherer Staatsausgaben in Grenzen zu halten. Diese Verbesserung könnte sich jedoch als vorübergehend erweisen, da sich Israel auf deutlich höhere Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben vorbereitet. Schätzungen zufolge könnte das Defizit bis zum Jahresende auf etwa 100 Milliarden NIS (28,4 Milliarden Euro) ansteigen, da die Militärausgaben zunehmen.

Ein aktueller Bericht des Finanzministeriums prognostiziert ein anhaltend robustes Wirtschaftswachstum, das zusätzliche Steuereinnahmen generieren könnte. Mehrere große israelische Industrieunternehmen, insbesondere im Verteidigungssektor, haben zudem Rekordumsätze und -gewinne gemeldet.

Israelische Nichtregierungsorganisationen haben jedoch gewarnt, dass die wirtschaftlichen Gewinne in bestimmten Sektoren nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der breiten Bevölkerung geführt haben. Die wachsende Zahl israelischer Ärzte, die das Land verlassen, ist ein Anzeichen für die weitreichenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme, mit denen das Land konfrontiert ist.