Ehemalige IDF-Offiziere: Palästinensischer Terror – nicht „Siedlergewalt“ – bedroht Israels Sicherheit in Judäa und Samaria
Pensionierter General: Israels Sicherheitslage ist besser als erwartet
Mit Blick auf den bevorstehenden dritten Jahrestag des Krieges, der häufig als „Sieben-Fronten-Krieg“ bezeichnet wird, gehen die Einschätzungen der israelischen Sicherheitsführung und von Experten zunehmend auseinander, wie Israels Vorgehen und die allgemeine Sicherheitslage des Landes zu bewerten sind.
In den vergangenen Tagen wurde die Ansicht, der Krieg sei ein „Misserfolg“, sowohl von einem scheidenden hochrangigen Beamten des Verteidigungsministeriums sowie in einem offenen Brief an den US-Präsidenten vertreten, der von „Commanders for Israel’s Security“ (CIS) verschickt wurde, einer linksgerichteten Gruppe, die sich aus Hunderten ehemaliger hochrangiger Sicherheitsbeamter zusammensetzt.
Das israelische Verteidigungs- und Sicherheitsforum (IDSF) hingegen, eine eher sicherheitspolitisch konservative Organisation, die ebenfalls Hunderte ehemaliger Sicherheitsbeamter vertritt, hat in den letzten Tagen eine andere Einschätzung abgegeben und dabei die ihrer Ansicht nach in den drei Jahren der Kämpfe erzielten Erfolge hervorgehoben.
Einer der zentralen Streitpunkte betrifft die Lage in Judäa und Samaria. Dabei geht es sowohl um die Bedrohung durch palästinensischen Terrorismus als auch um das Ausmaß der Herausforderung durch jüdisch-nationalistisch motivierte Straftaten.
Anfang dieser Woche appellierte das CIS, das eine Zwei-Staaten-Lösung befürwortet, an US-Präsident Donald Trump, entschlossen gegen die „eskalierende Gewalt im Westjordanland“ und die „terroristischen Aktivitäten jüdischer Siedler“ vorzugehen, die „die Region in Brand zu setzen drohen“.
לא ניתן להכתיב את ביטחון ישראל מבחוץ
— הביטחוניסטים (@habithonistim) July 29, 2026
בעקבות פניית ארגון “מפקדים למען ביטחון ישראל” לנשיא ארצות הברית, דונלד טראמפ, שלחה תנועת הביטחוניסטים מכתב רשמי לבית הלבן, עליו חתום יו”ר התנועה, תא”ל (מיל’) ארז וינר, בשם עשרות אלפי קצינים, מפקדים ולוחמים. במקביל, השיקה התנועה עצומה ציבורית… pic.twitter.com/Dfh7QXLpP4
Am Mittwoch verfasste der Vorsitzende der IDSF, Brigadegeneral Erez Winner, einen Antwortbrief, in dem er das CIS scharf kritisierte, weil es „es gewagt hat, lokale zivile Spannungen mit den Schrecken der Hamas zu vergleichen. Das ist moralischer Bankrott.“
„Wir stellen auf unmissverständliche Weise klar, dass wir jegliche Gewalt und jeden Gesetzesverstoß von welcher Seite auch immer verurteilen und in jedem einzelnen Fall entschlossenes polizeiliches Eingreifen fordern“, betonte er.
Die IDSF merkte jedoch an, dass „die Analyse der Daten beweist, dass die Darstellung der sogenannten ‚Siedlergewalt‘ nichts weiter als eine … Propagandakampagne ist“, für die die Gruppe „extrem linke Organisationen“ verantwortlich machte.
Diese Gruppen erhalten „zig Millionen Schekel von europäischen Ländern und der UNO, um eine falsche Fassade geplanter Gewalt zu schaffen, die darauf abzielt, die Legitimität der jüdischen Präsenz in Judäa und Samaria zu schwächen, mit dem Ziel, letztendlich die israelischen Bewohner zu evakuieren und das Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde zu übergeben, genau wie sie es vor 21 Jahren im Gazastreifen getan haben“, so die IDSF.
In dem Schreiben wurde betont, dass „eine eingehende Prüfung der UN-Daten zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Berichte über israelische Gewalt übertrieben und verzerrt ist“, darunter Tausende von Fällen von Sicherheitskontrollen, Besuchen von Juden auf dem Tempelberg oder Wanderungen von Zivilisten.
Unterdessen bleibt die reale Bedrohung in Judäa und Samaria bestehen. Diese gehe von „palästinensischem Terrorismus und der iranischen Expansion in ganz Judäa und Samaria aus, die israelische Zivilisten täglich bedrohen“, heißt es abschließend in dem Brief.
Winner kritisierte zudem das CIS und warf der Gruppe vor, einen Ansatz zu fördern, den er als „Frieden durch Kapitulation“ bezeichnete, wobei er deren frühere Unterstützung für das Atomabkommen mit dem Iran und den Rückzug Israels aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 als Beleg anführte.
Der Briefwechsel verdeutlichte die tiefgreifende politische Spaltung in der israelischen Gesellschaft, wobei unterschiedliche Sichtweisen auf Sicherheitsfragen oft breitere ideologische Differenzen widerspiegeln. Obwohl sich die IDSF formal nicht mit einer politischen Partei identifiziert, wird sie allgemein als rechtsgerichtet angesehen – eine Wahrnehmung, die durch Winners jüngste Auftritte in Medien, die als der aktuellen Regierung wohlgesonnen gelten, noch verstärkt wurde.
Winner äußerte sich mit Vorbehalt lobend über das Vorgehen der Regierung in verschiedenen Bereichen des Krieges, was in starkem Kontrast zu den Äußerungen des Brigadegenerals (a. D.) der IDF, Dror Shalom, stand, der erklärte, „aus strategischer Sicht sei der Krieg ein klare Fehlschlag“.
Im Gespräch mit Channel 7 lobte er die ersten Maßnahmen der Regierung während des Krieges zur Eindämmung des Terrorismus in Judäa und Samaria und sagte: „Wir haben bei keinem Vorfall die Augen verschlossen – nicht einmal, wenn nur ein einziger Stein geworfen wurde. Diese aggressive Politik hat das Ausmaß an Gewalt und Spannungen deutlich verringert.“
Er fügte jedoch hinzu, dass die Sicherheitskräfte anschließend „den Fuß vom Gas genommen“ hätten. Gleichzeitig sei die Hetzkampagne der Palästinensischen Autonomiebehörde „im Bildungssystem, in den Medien und im öffentlichen Diskurs“ fortgesetzt worden.
In Verbindung mit verstärkten Siedlungsaktivitäten haben diese Entwicklungen dazu beigetragen, dass die Gewalt in der Region in den letzten Wochen erneut in den Fokus gerückt ist. Winner argumentierte jedoch, dass solche Vorfälle schon seit längerer Zeit vorkommen, und sagte: „Seit vielen Monaten gibt es Versuche, Bauernhöfe in Brand zu setzen, Vieh zu vergiften und Hirten anzugreifen … diese Realität besteht schon seit geraumer Zeit.“
Winner schloss mit den Worten: „Die eigentliche Bedrohung für den Staat Israel geht nicht nur von Gaza, dem Libanon oder dem Iran aus. Es sind auch die Hunderttausende von Waffen, die in das Gebiet geschmuggelt wurden, die kriminellen Organisationen und die Palästinensische Autonomiebehörde. Wenn wir uns nicht rechtzeitig damit befassen, könnte sich der 7. Oktober im Nachhinein nur als Vorgeschmack auf das erweisen, was noch bevorsteht.
In einem weiteren Interview auf der Channel 14 Israel Security Conference in dieser Woche widerlegte Winner Behauptungen wie die von Shalom direkt und argumentierte, dass sich vor achtzehn Monaten niemand hätte vorstellen können, „dass wir uns heute in einer so guten Sicherheitslage befinden würden“.
Er argumentierte, dass die Lage im Gazastreifen „ausgezeichnet“ sei, und fügte hinzu: „Die Arbeit ist noch nicht getan, aber wir haben die Hamas fest im Griff.“
Was den Libanon angeht, beschrieb er die Lage als „gut“. Er merkte an: „Die Bewohner des Nordens sind sicher in ihre Häuser zurückgekehrt. Die Hisbollah wurde geschlagen und bettelt um einen Waffenstillstand und eine Art Abkommen, dass sie vor ihrem eigenen Untergang bewahrt.“
„In Syrien befinden wir uns in einer guten Sicherheitslage. Wir kontrollieren den Gipfel des Hermon und seine Hänge und schützen unsere drusischen Brüder.“
In Bezug auf den Iran betonte der General a. D., dass die Islamische Republik in den letzten Wochen „auf alle geschossen“ habe, jedoch „nicht auf Israel, weil wir sie bedrohen, weil … wir der Akteur sind, den die Menschen in dieser Region fürchten.“
„Heute ist der Staat Israel im Rahmen seiner neuen Sicherheitsdoktrin nicht mehr der nette Kerl. Er ist derjenige, der weiß, wie man die Ordnung wiederherstellt, in jeder Hauptstadt des Nahen Ostens zuschlägt, alle feindlichen Anführer um uns herum eliminiert – und wir sind noch nicht fertig.“