Israelische Forscher entwickeln eine experimentelle immunbasierte Therapie gegen Brustkrebs
Forscher am Technion – Israel Institute of Technology im Norden Israels haben eine experimentelle Behandlungsmethode für eine der aggressivsten Formen von Brustkrebs entwickelt, bei der gentechnisch veränderte Nanopartikel zum Einsatz kommen, die das körpereigene Immunsystem dabei unterstützen sollen, Tumore gezielt zu bekämpfen.
Die Studie, die diese Woche in der medizinischen Fachzeitschrift ACS Nano veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf den dreifach negativen Brustkrebs – eine besonders aggressive Krebsform, die oft resistent gegen bestehende Behandlungsmethoden ist. Den Forschern zufolge hat der neue Ansatz das Tumorwachstum in präklinischen Versuchen an Mäusen erfolgreich gestoppt und könnte den Weg für eine neue Generation von Krebstherapien ebnen.
Die Forschung wurde von der Doktorandin Ofri Vizenblit geleitet, unterstützt von der Doktorandin Rawan Mhajne, unter der Leitung von Assistenzprofessor Assaf Zinger, Leiter des Labors für bioinspirierte Nanotechnik und translationale Therapeutika an der Wolfson-Fakultät für Chemieingenieurwesen. Zingers Forschungsgruppe, Zinger Labs, strebt eine weltweit führende Rolle bei der Entwicklung von Nanopartikeln an, die viele Arten von Wirkstoffen transportieren können, darunter mRNA, Proteine und kleine Moleküle, und das Potenzial haben, die Art und Weise zu verändern, wie Krankheiten behandelt werden.
Die neue Behandlung funktioniert anders als herkömmliche Therapien. Anstatt Tumore direkt anzugreifen, verändert sie die Umgebung, in der Krebszellen wachsen. Die Nanopartikel, sogenannte MPsome, sind so konzipiert, dass sie die Aktivität der Krebszellen von gesunden weißen Blutkörperchen weglenken und so dem Immunsystem helfen, sich auf die Bekämpfung des Tumors zu konzentrieren.
„Dies ist ein konzeptioneller Wandel“, erklärten die Forscher. „Die therapeutische Wirksamkeit beruht nicht auf der Freisetzung eines Wirkstoffs, sondern auf den biologischen Informationen, die auf der Oberfläche des Nanopartikels kodiert sind.“
Laut der Studie interagieren die MPsome mit dem körpereigenen Immunsystem und senden biologische Signale aus, die das Wachstum von dreifach-negativen Brustkrebstumoren unterdrücken.
Die Forscher wiesen darauf hin, dass die Nanopartikel aus Materialien bestehen, die von der FDA als „Generally Recognized as Safe“ (GRAS) eingestuft sind, und mit einer Rate von 1,2 Litern pro Stunde hergestellt werden können, was sie potenziell für den individuellen Patientengebrauch und eine zukünftige Großproduktion geeignet macht.
Die Behandlung befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Bislang beschränkten sich die Tests auf Tierversuche, und es sind weitere Forschungen und klinische Studien erforderlich, bevor die Therapie für den Einsatz bei menschlichen Patienten verfügbar sein könnte.
Zinger sagte: „Obwohl wir uns hier auf eine bestimmte Krebsart konzentriert haben, handelt es sich um einen paradigmatischen Durchbruch, der zur Entwicklung neuer therapeutischer Therapieplattformen führen kann, die wirksamer und sicherer sind. Ich hoffe aufrichtig, dass wir den Weg finden werden, diese Erfindung in die klinische Praxis zu bringen.“
Die Forschung wurde unterstützt vom Israel Cancer Research Fund (ICRF), der Israel Science Foundation (ISF), dem Europäischen Forschungsrat (ERC Starting Grant), dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Technologie (MOST), der Israel Cancer Association, dem Russell Berrie Nanotechnology Institute am Technion sowie den Alon- und Seiden-Stipendien für Nanotechnologie und Optoelektronik.