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Die iranische IRGC soll chinesische Satellitendaten genutzt haben, um US-Militäreinheiten im Nahen Osten zu verfolgen

 
Satellitenbild zeigt eine F-15E, eine A-10 Thunderbolt und eine C-130 Hercules auf dem Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Al Azraq, Jordanien, am 2. Februar 2026. (Foto: Reuters)

Die Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) sollen Zugang zu Geheimdienstdaten des Satelliten TEE-01B erhalten haben, der von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye entwickelt und betrieben wird, berichtete die Financial Times am Mittwoch. Der Bericht ist Teil umfassenderer Vorwürfe, die chinesische Satellitensysteme, iranische Agenten und US-Militäranlagen im Nahen Osten betreffen.

Der Zugriff der IRGC auf die Bilder, Funksignale und andere digitale Daten, die der Satellit erzeugte und zur Erde zurücksendete, ermöglichte es ihr Berichten zufolge, US-Militäranlagen im Nahen Osten ins Visier zu nehmen, darunter hochmoderne Radarsysteme, Kommunikationsknotenpunkte und sogar luftgestützte Beobachtungsplattformen. Dies führte zu Opfern unter den amerikanischen Streitkräften und zum Verlust von schwer zu ersetzender Ausrüstung im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

Der Bericht der Financial Times wurde weder von US-amerikanischen noch von chinesischen Beamten öffentlich bestätigt, und Reuters teilte mit, man habe die zuständigen Behörden um eine Stellungnahme gebeten, jedoch keine Antwort erhalten.

Dem Bericht zufolge schloss die IRGC jedoch einen Vertrag mit Earth Eye ab, der es ihr ermöglichte, Datenfeeds des Satelliten zu überwachen, die an kommerzielle Bodenstationen des in Peking ansässigen Satellitendienstleisters Emposat weitergeleitet wurden.

Dies umfasste Berichten zufolge präzise Bilder von amerikanischen Flugzeugen und anderen Ressourcen, die auf der Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in Saudi-Arabien stationiert waren. Am 14. März wurden mehrere Flugzeuge der US-Luftwaffe, die von dieser Basis aus operierten, durch iranische Raketenangriffe beschädigt, einige davon schwer.

Zu den weiteren Militärstützpunkten, die laut dem Bericht mithilfe des in China gebauten Satelliten überwacht wurden, gehören die Muwaffaq-Salti-Luftwaffenbasis in Jordanien, Standorte in der Nähe des Hauptquartiers der 5. US-Flotte in Manama, Bahrain, sowie der Flughafen Erbil im Irak. Dem Bericht zufolge deuten Zeitstempel auf einigen der Bilder darauf hin, dass diese möglicherweise zur Steuerung von Raketenangriffen auf diese Standorte verwendet wurden, von denen einige zu Opfern und Schäden führten.

Der Bericht ist aus mehreren Gründen von geostrategischer Bedeutung, da er mit anderen Berichten über die chinesische Beteiligung an den militärischen Bemühungen des Iran gegen US-Streitkräfte, Israel und die arabischen Nachbarn des Iran übereinstimmt. Einem Bericht zufolge hat China während des derzeitigen Waffenstillstands versucht, neue Luftabwehrsysteme und andere Waffen an den Iran zu liefern, darunter schultergestützte Flugabwehrraketensysteme, die gegen Flugzeuge der 4. Generation wie die F-15 und F-16 sehr wirksam sein könnten und für amerikanische oder israelische Streitkräfte aufgrund ihrer hohen Mobilität schwer zu bekämpfen wären.

Ein Sprecher der Botschaft der Volksrepublik China in Washington wurde von einem Journalisten zu diesen Berichten befragt und betonte: „China hat niemals Waffen an irgendeine Konfliktpartei geliefert; die fraglichen Informationen sind unwahr.“

Am 27. März 2021 wurde jedoch in Teheran ein Abkommen unterzeichnet, das als „Umfassende Strategische Partnerschaft“ bekannt ist, unterzeichnet von dem chinesischen Außenminister Wang Yi und dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif.

Das Abkommen bezog sich offiziell auf wirtschaftliche und politische Beziehungen, doch Aussagen aus dem Treffen deuteten darauf hin, dass auch militärische und strategische Zusammenarbeit darin enthalten waren. Berichten zufolge beliefert China den Iran zudem mit Industriemaschinen, Chemikalien, Sprengstoffen und anderen Komponenten, die in seinem Programm für ballistische Raketen verwendet werden, sowie mit verschiedenen Waffensystemen.

Im aktuellen Konflikt haben sich die von China gelieferten Luftabwehrsysteme als unfähig erwiesen, den iranischen Luftraum vor in den USA gebauten Flugzeugen der 5. Generation und Marschflugkörpern zu schützen.

Der Bericht erscheint zudem vor dem Hintergrund allgemeinerer Bedenken von Analysten hinsichtlich wachsender strategischer Beziehungen zwischen China und dem Iran, einschließlich früherer Abkommen wie der „Umfassenden Strategischen Partnerschaft“ von 2021, in der eine erweiterte wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit skizziert wurde. Einige Analysten haben angedeutet, dass sich Aspekte dieser Beziehung auf verteidigungsbezogene Bereiche erstrecken könnten, obwohl beide Länder Waffenlieferungen öffentlich dementiert haben.

In dem Bericht zitierte Militäranalysten bezeichneten den mutmaßlichen Einsatz von satellitengestützten Erkenntnissen als bedeutende Entwicklung in der modernen Kriegsführung.

„Das ist ein schwerwiegender strategischer Rückschlag für Peking“, sagte ein in Jerusalem ansässiger Analyst. „Waffenverkäufe sind ein großes Geschäft und verschaffen dem Herstellerland zudem Vorteile in anderen Bereichen, insbesondere in der Diplomatie. In diesem Krieg hat die ganze Welt gesehen, dass chinesische Radarsysteme und Abfangjäger den in den USA gebauten Stealth-Flugzeugen und Marschflugkörpern nicht gewachsen sind. Das ist sehr gut für Amerikas Gesamtimage und sehr schlecht für China.“

Analysten haben jedoch auch festgestellt, dass der angebliche Einsatz eines in China gebauten Satelliten durch den Iran zur Bekämpfung amerikanischer Militärziele gemischte Auswirkungen für China und die Vereinigten Staaten hat.

Die Mitarbeiter von All Israel News sind ein Team von Journalisten in Israel.

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