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Meinung

Die Rückkehr der Juden ins Gelobte Land – und wie Israels Unabhängigkeitstag eine größere Geschichte erzählt

 
Ein Schiff, das jüdische Einwanderer nach Israel bringt

Diese Woche feiern Juden in Israel und auf der ganzen Welt Jom HaAtzmaut (den israelischen Unabhängigkeitstag), den Nationalfeiertag zum Gedenken an die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Es ist einer ihrer bedeutendsten Nationalfeiertage.

Hinter Israels Feier der Staatsgründung verbirgt sich jedoch die tiefgreifende Geschichte der Ereignisse, die dies ermöglichten: die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land. Diese Rückkehr begann lange vor 1948 und hat sich seitdem aus fast 150 Ländern weltweit fortgesetzt.

Die Rückkehr der Juden nach Israel

Diese Rückkehr der Juden in ihre Heimat wird „Aliyah“ genannt, ein hebräisches Wort, das die moderne Einwanderung nach Israel beschreibt. In diesem Wort liegt eine schöne Lehre: Es ist ein besonderer Begriff aus der hebräischen Bibel, der „aufsteigen“ oder „hinaufgehen“ bedeutet. In den alten biblischen Zeiten wurde er in Bezug auf jüdische Pilger verwendet, die zu den drei großen Festen – Passah, Pfingsten und Laubhüttenfest – nach Jerusalem hinaufstiegen. Zum Beispiel sagte David in Psalm 122,3–4:

„Jerusalem, du bist gebaut als eine fest gefügte Stadt, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN — ein Zeugnis für Israel —, um zu preisen den Namen des HERRN!“

Ihr Aufstieg war sowohl physisch (da Jerusalem auf einem Hügel lag) als auch geistlich (da dort der Tempel stand und man glaubte, dass Gottes Gegenwart dort wohnte). Somit hat die heutige Aliyah sowohl eine physische als auch eine geistliche Bedeutung.

Alte Anklänge der Aliyah

Das Konzept der Aliyah reicht bis zum Beginn der biblischen Geschichte zurück, als Gott Abraham aufrief, sein Land zu verlassen und in das Land zu ziehen, das Er ihm zeigen würde (1. Mose 12,1–3.7). Gottes Verheißung eines Landes an Abraham und seine Nachkommen löste eine Bewegung in Richtung Kanaan – das verheißene Land – aus, die zur Grundlage der biblischen Erzählung wurde. Gott besiegelte dieses Versprechen durch einen Bund in 1.Mose 15 und 17 und bekräftigte es später gegenüber Isaak und Jakob: Ihre Nachkommen würden ein bestimmtes Stück Land erben. Von Anfang an verband Gott die Identität der Kinder Israels sowohl mit dem Bund als auch mit dem Land.

Die Sprache des „Hinaufgehens“ taucht schon früh in der Bibel auf. Reisen zu wichtigen Orten, insbesondere in Richtung des verheißenen Landes, werden als Aufstieg beschrieben. Die Befreiung Israels aus Ägypten war zum Beispiel nicht nur die Befreiung aus der Sklaverei, sondern eine zielgerichtete Rückkehr in das Land, das ihren Vorvätern versprochen worden war, was die Kernidee hinter der Aliyah widerspiegelt.

„Geh hin, zieh von hier hinauf (alah), du und das Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versprochen habe.“ (2. Mose 33,1)

Gottes Anweisungen für Israel

Später legte Gott durch den mosaischen Bund Anweisungen für die Kinder Israels fest, die als sein auserwähltes Volk lebten. In 3. Mose 26 begründete er eine bedingte Beziehung zu ihnen und verband ihre Anwesenheit im Land mit ihrer Treue:

„Wenn ihr nun in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote befolgt und sie tut, so will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll seinen Ertrag geben, und die Bäume auf dem Feld sollen ihre Früchte bringen . . . Wenn ihr mir aber nicht gehorcht und alle diese Gebote nicht tut . . . ich will das Land verwüsten, sodass eure Feinde, die darin wohnen werden, sich davor entsetzen sollen. Euch aber will ich unter die Heidenvölker zerstreuen und das Schwert hinter euch her ziehen, sodass euer Land zur Wüste wird und eure Städte zu Ruinen.“ (3. Mose 26,3–4;14;32–33)

Gott war eindeutig: Israel würde für seinen Gehorsam Segen im Land erfahren (das Land würde fruchtbar sein) und für seinen Ungehorsam die Vertreibung aus dem Land. Die Kinder Israels waren ständig ungehorsam, also ließ Gott – getreu seinem Wort – zu, dass sie ins Exil geführt wurden, zunächst nach Babylon und schließlich in alle Welt zerstreut.

Ein Versprechen der Wiederherstellung

Doch inmitten der Warnung vor der Zerstreuung versprach Gott auch eine zukünftige Wiederzusammenführung, verbunden mit Buße. Die hebräischen Propheten sprachen von einem Tag, an dem Gott seine Kinder souverän aus allen Völkern, in die sie zerstreut worden waren, wieder in das Land zurückbringen würde:

„So wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der HERR, dein Gott, zerstreut hat. Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.“ (5. Mose 30,3–4)

Diese physische Rückkehr in das Land ist es, was wir heute erleben.

Gott wird seinen Namen rechtfertigen

Israel hatte Gottes Namen unter den Völkern beschmutzt (Hesekiel 36,20–21) und seine Heiligkeit falsch dargestellt. Trotz ihrer Untreue ihm gegenüber versprach er, diese Heiligkeit zu rechtfertigen, indem er sie „aus allen Völkern“ sammeln würde. Er versprach auch, sie von ihrer Sünde und von ihrer Anbetung anderer Götter zu reinigen (Hesekiel 36,25). Dies spiegelt Sein Versprechen wider, das Er schon Jahrhunderte zuvor gegeben hatte, dass die Rückkehr Israels sowohl physisch als auch geistlich sein würde.

„Darum sprich zu dem Haus Israel: So spricht GOTT, der Herr: Nicht um euretwillen tue ich dies, Haus Israel, sondern wegen meines heiligen Namens, den ihr entweiht habt unter den Heidenvölkern, zu denen ihr gekommen seid. Darum will ich meinen großen Namen wieder heilig machen, der vor den Heidenvölkern entheiligt worden ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt! Und die Heidenvölker sollen erkennen, dass ich der HERR bin, spricht GOTT, der Herr, wenn ich mich vor ihren Augen an euch heilig erweisen werde.“ (Hesekiel 36,22–23)

Diese Wiederansiedlung würde nicht aufgrund irgendetwas geschehen, was Israel tut, sondern um ein Zeugnis für Gottes Größe zu sein, um Seinen Namen zu rechtfertigen und um Seine Heiligkeit und Treue zu demonstrieren – ob Sein Volk dies nun verdient oder nicht. Letztendlich wird es so sein, dass sie Ihn erkennen werden.

Tiefgründig spricht Jesaja von einem weiteren Aspekt der Rückkehr Israels in das Land: Nichtjuden würden daran mitwirken, sie nach Hause zu bringen. Die Beteiligung der Heiden an diesem Prozess ist bemerkenswert – Jesaja 66,20 beschreibt die Tat der Heiden, Gottes Volk nach Hause zu bringen, als so heilig, dass sie mit dem Darbringen eines Opfers vor dem Herrn verglichen wird.

Fazit

Die Aliyah ist Teil von Gottes langer, sich entfaltender Bundesgeschichte – in der Gehorsam und Exil, Gericht und Wiederherstellung letztlich von Seiner Treue und der Rechtfertigung Seines heiligen Namens bestimmt werden. Was Gott mit der Berufung Abrahams begann, hat Er durch Seine Warnungen im Bund, das Leid des Exils und die Verheißungen der Wiederherstellung fortgeführt.

So ist Jom HaAtzmaut, der israelische Unabhängigkeitstag, nicht von der biblischen Geschichte getrennt, sondern ein historischer Meilenstein in ihr – ein sichtbares Zeichen der fortwährenden Rückführung des jüdischen Volkes in das verheißene Land, von dem die Schrift seit Generationen spricht.

Und wir sind die privilegierte Generation, die dies miterlebt.

Dr. Susan Michael ist die US-Direktorin der International Christian Embassy Jerusalem, Direktorin des Netzwerks American Christian Leaders for Israel und Gründerin der Website Israel Answers. Sie ist Autorin des Buches Encounter the 3D Bible und Hunderter Artikel, die auf ihrem Blog zu finden sind.

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