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Private Unternehmen setzen Überwachungsdrohnen ein und werfen damit Fragen zum Datenschutz auf

 
ROM360-Drohne ausgestellt in Ma'ale Adumim, Israel, am 14. Juli 2026. (Foto: Screenshot der Facebook-Seite von ROM 360)

Israelische Unternehmen und Kommunen setzen zunehmend auf autonome Überwachungsdrohnen, um in Notfällen schnell aus der Luft reagieren zu können. Allerdings weckt diese Technologie bei Datenschützern auch Bedenken hinsichtlich ihrer möglichen Nutzung zur Überwachung von Menschen im öffentlichen Raum.

Das israelische Unternehmen Cando bietet sein ROM360-Programm an, mit dem private Unternehmen und Kommunen innerhalb von 15 Sekunden nach Eintreten eines Notfalls eine Überwachungsdrohne starten können. Das System ist darauf ausgelegt, Rettungskräften und Strafverfolgungsbehörden Informationen nahezu in Echtzeit zu liefern, damit diese Situationen besser einschätzen und effektiver reagieren können.

Ghil Harly, Vertriebsleiter bei Cando und Leiter der ROM360-Initiative, erklärte, das Unternehmen wolle Ersthelfern und Sicherheitsteams die Möglichkeit geben, „mehr zu sehen, schneller zu verstehen und früher zu reagieren“.

Die ROM360-Sets wurden bereits an mehreren strategischen Standorten in ganz Israel sowie in einer wachsenden Zahl von Kommunen eingesetzt. Die Technologie soll bei der Bewältigung von Straßenkriminalität, Naturkatastrophen, Terroranschlägen und Unfällen helfen.

Vorschläge, die Drohnen auch für Routinestreifen einzusetzen, die traditionell von der Polizei am Boden durchgeführt werden, haben jedoch Bedenken ausgelöst, dass sie letztendlich zur Überwachung rechtmäßiger Straßenproteste oder der alltäglichen Aktivitäten von Privatpersonen genutzt werden könnten.

Branchenführer räumen ein, dass autonome Drohnen – wie jede Überwachungstechnologie – das Potenzial haben, missbraucht zu werden. Sie argumentieren jedoch, dass die Systeme darauf abzielen, die öffentliche Sicherheit zu verbessern und den normalen Bürgern zu nutzen, anstatt ihre Privatsphäre zu bedrohen.

Yoely Or, Gründer und CEO von Cando, erläuterte kürzlich in einem Artikel für das Medienportal Israel Hayom, warum autonome Drohnen zu einem wichtigen Werkzeug für Rettungskräfte werden könnten:

„Wenn sich Notfälle gleichzeitig an mehreren Orten ereignen, versagt das traditionelle Modell ‚ein Pilot pro Drohne‘. In einem Notfall benötigen Rettungsdienste und lokale Behörden innerhalb von Sekunden einen Überblick vor Ort.“

Er verwies auf die wachsende Raketenbedrohung durch den Iran als ein Beispiel dafür, warum Kommunen schnellen Zugriff auf Luftüberwachungsdaten benötigen.

„In einer Welt, in der die Raketenbedrohung durch den Iran greifbar wird, geht es nicht nur darum, ob die Abfangraketen funktionieren, sondern auch darum, was im Moment des Einschlags in der jeweiligen Gemeinde geschieht. Die Möglichkeit, innerhalb von nur 15 Sekunden ein autonomes Drohnen-System von städtischen Startstationen aus zu starten, verschafft den Entscheidungsträgern ein entscheidendes Echtzeitbild der Lage, noch bevor die Sicherheitskräfte ihre Fahrzeuge gestartet haben“, sagte er.

Or erklärte, die Technologie könne Rettungskräften helfen, Schäden schnell einzuschätzen und festzustellen, wo Ressourcen am dringendsten benötigt werden.

„Das bedeutet, den ‚Nebel des städtischen Krieges‘ zu beseitigen. Die Drohne erreicht den Ort des Einschlags oder des Brandes, noch bevor Rettungskräfte überhaupt losgefahren sind, und überträgt Informationen, die es ermöglichen, das Ausmaß der Schäden zu erfassen und Ressourcen zu priorisieren“, erklärte er.

Er beschrieb die Drohnen zudem als mehr als nur ferngesteuerte Kameras und wies darauf hin, dass künstliche Intelligenz bereits Informationen analysieren kann, während sich die Drohne im Flug befindet.

„Wenn eine DFR-Drohne autonom operiert, verwandelt sie sich von einer fliegenden Kamera in einen intelligenten Edge-Sensor, der mit künstlicher Intelligenz verbunden ist. Sie ist in der Lage, während des Fluges komplexe Analysen durchzuführen, Ergebnisse auszuwerten und ein dynamisches Lagebild zu übermitteln – und das alles, ohne die Bediener der Gefahr durch Raketen oder einstürzende Gebäude auszusetzen“, so Or.

Als Beweis für das Potenzial der Technologie verwies er auf Israels bestehende Bemühungen, Drohnen in zivile und sicherheitsrelevante Einsätze zu integrieren.

„Projekte wie Israels ‚National Drone Initiative‘ haben bereits die Machbarkeit der Lieferung medizinischer Ausrüstung und der Sicherung kritischer Infrastruktur (wie Raffinerien und Häfen) über ein verwaltetes Luftüberwachungsnetzwerk bewiesen“, betonte Or.

Er erklärte, dass lokale Behörden, die in Luftüberwachungssysteme investieren, ebenfalls feststellen, dass autonome Drohnen eine kostengünstigere Alternative zu einigen herkömmlichen Sicherheitsmaßnahmen darstellen können.

„Kommunen, die derzeit in einen ‚zivilen Luftüberwachungsring‘ investieren, um Grenzgebiete zu sichern, stellen fest, dass die autonome Drohne tatsächlich einen finanziellen und operativen Kraftmultiplikator darstellt. Sie macht teure Fahrzeugpatrouillen überflüssig und bietet eine Perimeterüberwachung, wie sie physische Zäune niemals leisten können“, betonte er.

Gleichzeitig räumte Or ein, dass der zunehmende Einsatz autonomer Überwachungstechnologie einer Regulierung bedürfe, insbesondere um Datenschutzbedenken und andere potenzielle Risiken anzugehen.

Abschließend argumentierte er, dass Israel ein Gleichgewicht zwischen technologischer Innovation, öffentlicher Sicherheit und individueller Privatsphäre finden müsse.

„Der Luftraum über Israels Städten muss zu einem kontrollierten, digitalen Raum werden – nicht nur im Sinne technologischer Innovation, sondern auch zur Wahrung der Sicherheit und des menschlichen Lebens“, sagte Or.