Israels Laserabwehrsystem „Iron Beam“ ist acht Monate nach der Auslieferung immer noch nicht einsatzbereit
Israels mit Spannung erwartetes laserbasiertes Luftabwehrsystem „Iron Beam“ wurde vor fast acht Monaten an die israelischen Streitkräfte ausgeliefert, ist jedoch noch nicht einsatzbereit, was Fragen darüber aufwirft, wann das System einsatzbereit sein wird, da Israel weiterhin Bedrohungen durch Raketen, Drohnen und andere Luftwaffen ausgesetzt ist.
Die Verzögerung ist von großer Bedeutung, da „Iron Beam“ als potenzielle Lösung für das Problem der „Raketen-Mathematik“ angepriesen wurde – also der hohen Kosten für den Einsatz von Abfangraketen zur Zerstörung anfliegender Waffen, deren Herstellung erheblich kostengünstiger sein kann.
Im Gegensatz zu Israels bestehenden raketenbasierten Systemen nutzt „Iron Beam“ einen Hochleistungslaser, um Ziele zu einem Bruchteil der Kosten einer herkömmlichen Abfangraketen zu zerstören.
Der „Iron Dome“ beispielsweise feuert eine Abfangrakete auf anfliegende Waffen ab, die schätzungsweise 100.000 US-Dollar pro Stück kostet, während „David’s Sling“-Abfangraketen etwa 1 Million US-Dollar pro Stück kosten und „Arrow-3“-Abfangraketen mehr als 2 Millionen US-Dollar pro Stück kosten können.
Im Gegensatz dazu nutzt „Iron Beam“ die bestehende Radar- und Computerinfrastruktur des „Iron Dome“-Systems und benötigt für jeden Schuss zur Zerstörung eines anfliegenden Ziels nur etwa 2 US-Dollar an Stromkosten.
Es wird jedoch erwartet, dass „Iron Beam“ die bestehenden raketenbasierten Luftabwehrsysteme Israels eher ergänzt als ersetzt. Das System hat Einschränkungen, darunter eine Reichweite von nur 10 Kilometern, und funktioniert unter bestimmten Wetterbedingungen, insbesondere bei Regen, nicht so gut.
Das Verteidigungsministerium steht zudem vor konkurrierenden Prioritäten, und einige Beamte halten die Auffüllung der Bestände an bewährten raketenbasierten Systemen für dringender als den Kauf großer Stückzahlen der teuren neuen Lasersysteme.
„Iron Beam“ hat während des Krieges zwar mehrere anfliegende Hisbollah-Drohnen abgeschossen, doch bleiben Fragen hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit offen. Rafael Advanced Defense Systems, der Entwickler des Systems, hat eingeräumt, dass einige seiner Teilsysteme im Zuge der fortlaufenden Tests noch modifiziert werden.
Rafael-Vorstandsvorsitzender Yuval Steinitz erklärte Anfang des Jahres, er gehe nicht davon aus, dass dieser Prozess länger als ein paar Tage dauern werde, doch bislang erweist sich seine Einschätzung als falsch.
Ein weiterer Faktor, der den Einsatz des Systems möglicherweise verlangsamt, ist der Wettbewerb um Soldaten innerhalb der IDF, die unter erheblichem Personalmangel leidet.
Die bestehenden Luftabwehr-Einheiten bemühen sich um so viele neue Rekruten wie möglich, während eine neue „Iron Beam“-Einheit von der IDF die Schaffung eines völlig neuen operativen Rahmens erfordern würde, einschließlich der Ausbildung von Soldaten und Technikern für den Betrieb und die Wartung der Systeme.
Die Einrichtung einer solchen Einheit würde erheblichen Zeit-, Finanz- und Planungsaufwand erfordern – Ressourcen, die angesichts der ständigen Gefahr erneuter Feindseligkeiten ohnehin schon knapp sind. Jede Eskalation würde zudem erfordern, dass die Luftabwehr-Einheiten jederzeit bereit sind, um sofort wieder voll einsatzfähig zu sein.
Trotz dieser Herausforderungen entwickelt Rafael weiterhin zusätzliche „Iron Beam“-Systeme sowie andere laserbasierte Waffen und Ausrüstungen.
Das Verteidigungsministerium investiert zudem massiv in neue technologische Lösungen für zukünftige Schlachtfelder, auf denen voraussichtlich immer mehr unbemannte Systeme zum Einsatz kommen werden.
Rafael gehört auch zu den israelischen Rüstungsunternehmen, die von einem Anstieg der internationalen Nachfrage profitieren, da seine Produkte und Technologien von Verteidigungsministerien auf der ganzen Welt, insbesondere in NATO-Ländern, nachgefragt werden.
Laut einer Erklärung auf der Website von Rafael „entwickelt, fertigt und wartet die 1948 gegründete RAFAEL Advanced Defense Systems Ltd. kampferprobte Technologien, Produkte und Systemverbünde für Luft-, Land-, See-, Weltraum- und digitale Anwendungen.“
„Durch den Einsatz seines technologischen Einfallsreichtums, seiner operativen Erfahrung und seines beispiellosen Verständnisses für sich wandelnde Kampfanforderungen versorgt RAFAEL Streitkräfte weltweit mit den derzeit fortschrittlichsten Technologien und lebensrettenden Verteidigungslösungen, die operative Überlegenheit gewährleisten. Zur Strategie von RAFAEL gehören strategische internationale Partnerschaften und Lokalisierung, um die Souveränität der Kunden zu gewährleisten“, heißt es abschließend in der Erklärung.