„The Vexed Vicar“ warnt: Die Kirche von England hat ihre traditionelle Unterstützung für Israel aufgegeben
Pfarrer Chris Wickland, der vielen im Internet als „The Vexed Vicar“ (Der besorgte Vikar) bekannt ist, ist der Ansicht, dass die Kirche von England von ihrer historischen Unterstützung für Israel abweicht und theologische sowie politische Positionen vertritt, die seiner Meinung nach die Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat geschürt und das moralische Zeugnis der Kirche geschwächt haben.
In einem ausführlichen Interview mit Paul Calvert spricht er über die Ersatztheologie, den christlichen Zionismus, den zunehmenden Antisemitismus in Großbritannien, die Annahme des Kairos-II-Dokuments durch die Kirche von England und darüber, warum Israel seiner Ansicht nach weiterhin eine zentrale Rolle in Gottes prophetischem Heilsplan spielt.
Mit Blick auf die Reaktion der Kirche seit den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 argumentiert Wickland, dass viele Kirchenführer das Leid Israels nicht anerkannt hätten, während sie eine, wie er es beschreibt, einseitige Darstellung förderten.
„Als sich am 7. Oktober die Ereignisse in Israel zutrugen, war das Schweigen der Kirche ohrenbetäubend. Sie wollten einfach nicht Stellung beziehen, wollten nicht darüber sprechen“, sagt er. Er ist der Ansicht, dieses Schweigen habe das moralische Ansehen der Kirche in einer Zeit beschädigt, in der klare Führung notwendig gewesen wäre.
Ein wiederkehrendes Thema während des gesamten Interviews ist der Einfluss der Ersatztheologie. Wickland behauptet, dass viele Kirchen den fortbestehenden Bund Gottes mit Israel nicht mehr anerkennen, obwohl dies seiner Ansicht nach eine klare Lehre der Heiligen Schrift ist.
Unter Verweis auf den Römerbrief und die biblischen Bündnisse erklärt er: „Lesen Sie Römer Kapitel 9, 10 und 11. Es ist völlig klar, dass Gott einen Platz für Israel hat … Israel wird sozusagen zum zentralen Dreh- und Angelpunkt, um den sich alles dreht. Und wer Israel nicht versteht, versteht letztlich gar nichts.“
m Interview geht es außerdem um die Frage, warum der Begriff „christlicher Zionist“ in Großbritannien umstritten geworden ist. Wickland distanziert sich nicht von dieser Bezeichnung – im Gegenteil- und sagt: „Christlicher Zionismus ist hier im Vereinigten Königreich ein Schimpfwort, aber wir tragen es einfach als Ehrenabzeichen, weil es der Wahrheit entspricht.
Wir glauben gemäß der Bibel, dass die Juden ein Recht darauf haben, über ihren eigenen Staat und ihre eigene Heimat zu bestimmen, und diese Heimat ist das Land Israel.“ Er argumentiert, dass die Unterstützung des Existenzrechts Israels nicht anders behandelt werden sollte als die Unterstützung des Selbstbestimmungsrechts jeder anderen Nation.
Mit Blick auf die allgemeine Ausrichtung der Kirche von England argumentiert Wickland, dass die biblische Autorität zunehmend durch kulturellen und politischen Druck ersetzt worden sei.
Er fasst seine Kritik zusammen und bemerkt: „Das Problem bei der der Kirche von England ist, dass sie nicht glaubt, was sie liest – sie liest nur das, was sie ohnehin schon glaubt.“
Zum Abschluss des Interviews wurde Wickland persönlicher. Trotz der wachsenden Sorgen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Großbritannien zeigte er sich überzeugt, dass viele Christen weiterhin an der Seite Israels und des jüdischen Volkes stehen.
Klicken Sie unten, um das vollständige Interview auf Englisch anzuhören.