Israels strategische Rolle gewinnt an Bedeutung, während der Iran und Russland engere militärische Beziehungen knüpfen
In dieser Woche kam es zu erneuten US-Luftangriffen auf den Iran und zu Warnungen israelischer Amtsträger vor möglichen erneuten Feindseligkeiten, während gleichzeitig Berichte auftauchten, wonach ein neues U-Boot mit Langstrecken-Angriffsfähigkeiten in die israelische Marine aufgenommen wurde.
Diese Entwicklungen verdeutlichen einen umfassenderen und zunehmend komplexen strategischen Wettstreit. Während Israel seine Fähigkeit zur Abschreckung und Reaktion auf Bedrohungen durch den Iran stärkt, zieht seine wachsende Bedeutung für die NATO und die europäische Verteidigung das Land auch immer tiefer in die umfassendere Konfrontation zwischen Russland und dem Westen hinein.
Gleichzeitig scheint Russland seine militärische Zusammenarbeit mit dem Iran zu verstärken, was Teheran möglicherweise neue Fähigkeiten verschafft, um die israelische und amerikanische Luftabwehr herauszufordern.
Die Abfahrt der INS Drakon aus den deutschen Kieler Werften in dieser Woche und ihre Reise zu ihrem neuen Heimathafen in Haifa ist sowohl symbolisch als auch von großer praktischer Bedeutung. Der Einsatz des U-Boots in Gewässern nahe am Iran dürfte zu einem wichtigen Bestandteil der strategischen Verteidigung Israels werden.
Da der Iran Raketen entwickelt, die Sprengköpfe mit extrem hoher Geschwindigkeit an Ziele befördern können, verschafft ein israelisches U-Boot, das nah genug positioniert ist, um Abschüsse zu überwachen und möglicherweise innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens Vergeltungsschläge durchzuführen, Israel eine entscheidende strategische Fähigkeit.
Gleichzeitig steigt der Wert Israels für die NATO im Allgemeinen und für Deutschland im Besonderen, da die Besorgnis über die Möglichkeit eines künftigen russischen Vorstoßes gegen das europäische Bündnis wächst. Israel verfügt über viele der technologischen Fähigkeiten, die NATO-Mitglieder zur Stärkung ihrer eigenen Verteidigung anstreben.
Allerdings verfügt auch der Kreml über Technologien, die einige der militärischen Herausforderungen des Iran bewältigen könnten.
Es zeichnen sich nun Anzeichen für ein potenziell bedeutendes Bündnis zwischen dem Iran und Russland ab, das auf den Technologietransfer abzielt, der dazu beitragen könnte, die Islamische Revolutionsgarde mit Hochgeschwindigkeitsraketen auszustatten, die in der Lage sind, die von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten im Nahen Osten – einschließlich Israels – eingesetzten Luftabwehrsysteme herauszufordern.
Geheimdienstberichte deuten darauf hin, dass Moskau das „Projekt C430L“ ins Leben gerufen hat, in dessen Rahmen Techniker des russischen Luft- und Raumfahrtunternehmens NPO Mashinostroyenia entsandt werden, um ihre iranischen Kollegen bei der Entwicklung des „Ramjet“-Antriebssystems zu unterstützen, das Hoch-Überschall- und Niedrig-Hyperschall-Marschflugkörper antreibt, die für Angriffe auf Bodenziele konzipiert sind.
Es wird davon ausgegangen, dass der Iran diese Fähigkeiten möglicherweise entwickelt, um einen Teil des strategischen Vorteils wiederzugewinnen, den er verloren hat, nachdem schwere israelische und amerikanische Angriffe seine Produktionskapazitäten für ballistische Raketen während der jüngsten Konfliktrunden beschädigt hatten.
Diese Waffen könnten dem IRGC neue Möglichkeiten eröffnen, US-amerikanische und israelische Luftabwehrsysteme herauszufordern, die sich bisher als äußerst wirksam gegen ballistische Raketen erwiesen haben. Ihre Fähigkeit, mit hohen Geschwindigkeiten und in niedrigen Höhen zu fliegen, könnte ihre Erkennung erschweren, während ihre Manövrierfähigkeit es schwieriger machen könnte, sie zu verfolgen und abzufangen.
Dies könnte es dem Iran ermöglichen, eine Salve solcher Raketen gegen strategische Infrastruktur in Israel abzufeuern und potenziell erheblichen Schaden anzurichten, bevor Israel reagieren könnte. Ein solches Szenario entspricht der klassischen „Erstschlag“-Option, vor der Atomkriegstheoretiker seit Jahrzehnten warnen.
Das U-Boot „INS Drakon“ und die nachfolgenden U-Boote der Dakar-Klasse sind darauf ausgelegt, dieser Möglichkeit entgegenzuwirken, indem sie der israelischen Führung eine überlebensfähige Plattform bieten, die sicherstellt, dass Israel die Fähigkeit behält, einen Vergeltungsschlag („Zweitschlag“) gegen den Iran durchzuführen.
Schließlich verleiht Israels zunehmender strategischer Wert für die NATO seiner Verteidigungsposition eine weitere Dimension.
Ein kürzlich angekündigter 3,5-Milliarden-Dollar-Vertrag zum Bau eines Luftabwehrsystems für Griechenland sowie ein Vertrag vom Frühsommer zur Lieferung von wichtiger Munition an Rumänien verdeutlichen die zunehmend engen Verteidigungsbeziehungen zwischen Israel und den NATO-Mitgliedern.
Diese wachsenden Beziehungen könnten auch für Russland, den wichtigsten strategischen Rivalen der NATO, einen Anreiz darstellen, seine Zusammenarbeit mit Israels Feinden, insbesondere dem Iran, zu vertiefen.