Israelische Rüstungs-Start-ups werben um entlassene Hightech-Fachkräfte, während KI die Branche neu prägt
Israelische Hightech-Unternehmen bauen Arbeitsplätze ab, da künstliche Intelligenz Aufgaben automatisiert und die Entwicklung beschleunigt, doch viele dieser Mitarbeiter finden schnell eine neue Anstellung in einem der am schnellsten wachsenden Sektoren des Landes: der Verteidigungstechnologie.
Eine neue Umfrage, die diese Woche von der israelischen Personalvermittlungsagentur GotFriends veröffentlicht wurde, ergab, dass die Zahl der offenen Stellen bei israelischen Verteidigungstechnologieunternehmen im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 % gestiegen ist, während die Gehälter für diese Positionen um etwa 8 % zulegten.
Der Einstellungsboom spiegelt die rasante Expansion der israelischen Verteidigungstechnologiebranche wider, die durch Innovationen in Kriegszeiten, starkes Investoreninteresse und direkte Unterstützung durch das Verteidigungsministerium vorangetrieben wird.
Da Hunderte neuer Start-ups im Verteidigungsbereich entstehen, wetteifern die Unternehmen darum, erfahrene Ingenieure, Cybersicherheitsspezialisten und andere hochqualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen, die den breiteren Hightech-Sektor verlassen.
Der Umfrage zufolge gehören zu den Unternehmen, die ihre Belegschaft aufstocken, Kela Technologies, Xtend, Airis Labs, D-Fend Solutions und Axon Vision.
Obwohl die meisten dieser Firmen erst in den letzten Jahren gegründet wurden, haben sie sich bereits als Zulieferer für die IDF und andere verbündete Militär-, Sicherheits- und Polizeiorganisationen etabliert, was ein rasantes Wachstum und eine steigende Nachfrage nach Fachkräften vorantreibt.
Der Einstellungsboom ist Teil eines breiteren globalen Trends. Unternehmen, die Verteidigungstechnologien entwickeln, haben im Jahr 2026 weltweit bisher 12,3 Milliarden US-Dollar eingeworben, davon 846 Millionen US-Dollar in Israel.
Das Verteidigungsministerium hat zu diesem Wachstum direkt beigetragen, indem es Produkte und Dienstleistungen von mehr als 800 Start-ups gekauft hat, die in den vergangenen Jahren gegründet wurden.
Diese frühen Verträge helfen jungen Unternehmen, Einnahmen zu generieren und gleichzeitig Beziehungen zu Militärangehörigen aufzubauen, die operatives Feedback in Echtzeit liefern können. So können Start-ups ihre Produkte weiterentwickeln und für Kunden in Israel und im Ausland attraktiver machen.
Dem Bericht zufolge positioniert dieser Prozess israelische Unternehmen bereits als weltweit führend in den Bereichen autonome Systeme, Drohnen, Nachrichtendienste und Luftabwehr, was großes Interesse bei Militär-, Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden in Dutzenden von Ländern weckt.
Infolgedessen dürfte sich der Einstellungsboom in der Branche fortsetzen. Dem Bericht zufolge suchen Unternehmen nicht nur Softwareentwickler, sondern auch Forscher im Bereich Cybersicherheit, Experten für Reverse Engineering und Spezialisten für Bedrohungsanalyse.
Auch Ingenieure mit Fähigkeiten zur Entwicklung und Integration der neuen Technologien sind stark gefragt – insbesondere in den Bereichen Robotik sowie autonome Luft-, Land- und Seesysteme.
Der Umfrage zufolge liegen die Gehälter für diese Positionen zwischen 44.000 und 50.000 NIS (etwa 12.600 bis 14.200 Euro) pro Monat, verglichen mit dem durchschnittlichen Monatsgehalt in Israel von 12.000 bis 14.500 NIS (etwa 3.400 bis 4.100 Euro).
Viele Mitarbeiter geben jedoch an, dass sie durch mehr als nur eine wettbewerbsfähige Bezahlung motiviert sind. Viele der neuen Unternehmen wurden von Reservisten der israelischen Streitkräfte (IDF) und Veteranen der jüngsten Kriege Israels gegründet, die Lösungen für Herausforderungen entwickeln wollten, denen sie auf dem Schlachtfeld begegnet waren – darunter auch fehlende oder unzureichende Ausrüstung.
Ihr Ziel ist es, die im Kampf gewonnenen Erkenntnisse anzuwenden und dabei eng mit den derzeit im Einsatz befindlichen Truppen zusammenzuarbeiten, um neue Technologien schnell und in großem Maßstab zu entwickeln und so zur Stärkung der Sicherheit Israels und seiner Verbündeten beizutragen.