Warum hat Obama Israel vorgeworfen, Land gestohlen zu haben?
Es wirkt ein wenig unaufrichtig von Barack Hussein Obama, Israel vorzuwerfen, sein eigenes Land gestohlen zu haben – fast 18 Jahre, nachdem er der 44. Präsident der USA geworden war.
Seltsamerweise hat er in den acht Jahren seiner Amtszeit – dem günstigsten Zeitpunkt, um diesen Vorwurf anzubringen – nicht ein einziges Mal angedeutet, dass Israel gestohlenes Land besetzen würde. Warum also gerade jetzt?
Die einfache Antwort lautet: Obama muss sich streng an die Linie seiner Partei halten, die seit seiner Kandidatur einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen hat. Damals sprach kein Demokrat den Satz „Vom Fluss bis zum Meer“ aus, da Juden noch als Rückgrat der Partei galten, die ihnen über ein Jahrhundert lang ein politisches Zuhause geboten hatte.
Tatsächlich waren einige von Obamas engsten Vertrauten und Beratern Juden, darunter Rahm Emanuel, der von Januar 2009 bis Oktober 2010 als Stabschef im Weißen Haus für Obama tätig war. Man könnte also meinen, er hätte seine Behauptung zumindest gegenüber dem Mann erwähnt, dessen Vater Benjamin noch vor der Gründung des modernen Staates Israel in Jerusalem geboren wurde.
Aber kein Wort! Es sollte noch weitere 16 Jahre dauern, bis der ehemalige Präsident seine heftige Anschuldigung vorbrachte, Israel habe einem anderen Volk gewaltsam Land weggenommen, womit er es als Kolonialmacht und Besatzer bezeichnete.
Sollte er es nicht besser wissen? Zweifellos tut er das, aber wenn die politische Partei, deren beeindruckendster Anführer man angeblich immer noch ist, auf Abwege geraten ist, einen großen Teil ihrer Wählerschaft im Stich gelassen hat, um sich mit den neuen Akteuren auf der politischen Bühn (den demokratischen Sozialisten) zusammenzutun, die die Juden hassen, muss man mit der Zeit gehen.
Und genau das hat er getan. In wahrer Verrätermanier sprach Obama die erwarteten Worte – wenn auch noch nicht das Mantra „Free Palestine“ („Befreit Palästina“), das er irgendwann mit Sicherheit ebenfalls wird aussprechen müssen.
Da ihm klar war, dass er nicht so weit gehen konnte, tat er das Nächstbeste, um den DSA-Pöbel, die neuen Vordenker der Demokraten, zu besänftigen. Er verbreitete seine antiisraelischen Tiraden vor einem Publikum in Belfast, von dem viele ohnehin schon dazu neigen, das Schlimmste über die jüdische Heimat zu glauben.
Obama weiß, dass eine solch feindselige Botschaft in den USA, wo schätzungsweise 7 Millionen Juden noch immer zu Hause sind, nicht gut angekommen wäre. Und obwohl eine ganze Reihe von ihnen die Demokratische Partei aufgrund ihrer äußerst antisemitischen Wende bereits verlassen hat, gibt es immer noch zahlreiche überzeugte jüdische Wähler, die ohne jeden logischen Grund weiterhin treue Wähler jener Partei bleiben, die mittlerweile kaum noch in der Lage ist, den Namen Israel auszusprechen, ohne ihn mit Verachtung zu verbinden.
Als angesehener Anführer dieser politischen Ideologen opferte Obama bereitwillig die demokratischen Juden auf dem Altar des pro-palästinensischen Götzen, dessen unersättlicher Appetit niemals gestillt wird.
Wenn die eigene Seele käuflich ist, fällt es nicht allzu schwer, sich allem zu beugen, was verlangt wird – einschließlich des Verrats an den eigenen größten Unterstützern. Schließlich kann man nicht ein drittes Mal für das Präsidentenamt kandidieren, aber man kann seine begehrte Position als einflussreichster Akteur der Partei verlieren – warum also nicht in die Knie gehen?
Man muss Obama allerdings zugestehen, dass er seine brisante Aussage nicht einfach so nebenbei hat fallen lassen. Er hat geschickt versucht, sie so raffiniert wie möglich zu verpacken, sodass sie versöhnlich klingen sollte, gleichzeitig aber zu einer scharfen Verurteilung des Selbstverteidigungsrechts Israels wurde.
Indem er mit einem historischen Kontext begann, erzählte Obama, wie das „jüdische Volk über Jahrtausende hinweg unterdrückt, diskriminiert und getötet wurde, wobei Europa für einen Großteil davon verantwortlich war“.
Klingt vernünftig und mitfühlend, oder? Aber natürlich konnte er es dabei nicht belassen. Er fuhr fort, darzulegen, wie Israel zum „stärksten und technologisch fortschrittlichsten Land der Region“ geworden sei, und begann, Israel zu warnen, dass eine solch tiefgreifende Errungenschaft mit Zurückhaltung einhergehen müsse.
Dann warnte er davor, in die Falle zu tappen, „alles zu tun, was wir für notwendig halten, uns alles zu nehmen, was wir wollen, und niemandem irgendwelche Zugeständnisse zu machen – all das mag kurzfristig funktionieren, doch wenn wir diese Haltung einnehmen, werden wir moralisch an Boden verlieren“.
Er setzte seine herablassende Tirade fort und belärmte: „Die Bürger Israels müssen umdenken und sich neu vorstellen, wie Ihre Kinder und Enkelkinder in dieser Region leben werden. Werdet ihr euch einfach hinter Mauern verschanzen und alle um euch herum auslöschen, oder werdet ihr einen gerechten Weg finden, euch zu verteidigen und dabei dennoch ethisch und moralisch zu handeln?“
Offensichtlich würde Obama es vorziehen, wenn Israel einen sehr zurückhaltenden und passiveren Ansatz gegenüber den massiven Raketenangriffen des Iran, der Hamas, der Houthis und der Hisbollah verfolgen würde, die auf uns abgefeuert wurden, mit dem ausdrücklichen Ziel, unseren Staat vollständig auszulöschen.
Aber es ist leicht, Zurückhaltung zu predigen, wenn man selbst noch nie das Ziel einer Vernichtungsaktion war. Anstatt uns dafür zu tadeln, dass wir das tun, was zum Überleben notwendig ist – warum rügt Obama nicht unsere Feinde, deren Hass keine Grenzen kennt? Warum prangert er nicht die gehässige Indoktrination an, die jeder Generation im Gazastreifen aufgezwungen wird und die es unmöglich macht, jemals echten Frieden zu schmieden?
Warum verurteilt der ehemalige Präsident nicht ein Regime, das seine Bürger als entbehrliches Material für die Medieninszenierung benutzt, um die unwissende Unterstützung aus dem Ausland derer zu gewinnen, die Israel – und nicht radikale islamistische Führer – für deren Tod verantwortlich machen? Sollten nicht gerade sie es sein, die „neu überdenken“ müssen, wie ihre Kinder und Enkelkinder leben sollen?“
Nein, denn keines dieser Worte würde die politischen Götter der DAS besänftigen, die zufriedengestellt und beruhigt werden müssen – in dem Wissen, dass man auf diese Weise die Herzen und Köpfe der Menschen gewinnt.
Dass Obama „Israel vorwirft, den Menschen Land wegzunehmen und übertrieben vorzugehen“, und dabei auf Israel und die Palästinenser im gesamten Verlauf der Geschichte des Staates Bezug nimmt, ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass jeder die Botschaft des „Platzhirschs“ gehört hat, dessen Glaubwürdigkeit schließlich noch nicht so stark beschädigt ist wie die offensichtlicheren antisemitischen Tiraden der Neulinge in seiner Partei.
Leider ist Obama nur einer von vielen in einer langen Reihe nützlicher Idioten, die dazu benutzt werden, die Verachtung weiter zu schüren – nicht nur gegenüber dem jüdischen Staat, sondern auch gegenüber dem jüdischen Volk weltweit.
Wie unser eigener Ministerpräsident erklärte: „Das jüdische Volk ist kein ausländischer Besatzer im Land unserer Vorfahren“.
Das weiß Obama sicherlich. Doch bedauerlicherweise fehlen ihm das Rückgrat und der Charakter, dies auch einzugestehen.