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Opinion Blog / Guest Columnist
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Meinung

Ein Krieg ohne Ende und das Ende des Krieges

 
Delegierte verlassen den Saal, während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am 24. September 2026 vor der 81. UN-Generalversammlung in New York spricht. (Foto: Reuters/Jeenah Moon)

Der Zweite Weltkrieg (WWII) endete in Europa am 8. bzw. 9. Mai (je nach Zeitzone) 1945, als Berlin, die deutsche Hauptstadt, von den alliierten Streitkräften umzingelt wurde, Hitler Selbstmord beging und die deutsche Armee kapitulierte. Im September desselben Jahres kapitulierten die Japaner, nachdem Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden waren.

Der Zweite Weltkrieg hatte, wie viele vor ihm, einen Anfang und ein Ende. Am Ende des Zweiten Weltkriegs brachen spontane Straßenfeste aus, und die Menschen feierten – mit Ausnahme derer, die zu schwer verletzt waren oder tief um verlorene Angehörige trauerten.

Hier in Israel stehen wir kurz vor dem dritten Jahrestag des Beginns des aktuellen Krieges gegen den Iran und seine Stellvertreter, und ein Ende ist nicht in Sicht. Zwar gibt es derzeit eine Art Pause in den aktiven Kampfhandlungen und der Krieg ist aus den internationalen Schlagzeilen verschwunden, doch er ist noch lange nicht vorbei, und in Israel gibt es keine Straßenfeste. Dies ist ein Krieg ohne Ende, und er begann vor langer Zeit mit dem Mord  Abels durch seinen Bruder Kain. Wenn die Menschheit gegen Gottes Wege rebelliert, sind Hass, Mord, Gewalt und Krieg die unvermeidliche Folge. Das ist seit dem Garten Eden so und wird so bleiben, bis der Messias Jeschua wiederkommt. Erst dann werden die Kriege auf der Erde aufhören und Frieden herrschen.

In der Zwischenzeit geht der zermürbende Krieg weiter.

Das Leben in Israel hat wieder einen Anschein von Normalität angenommen, und wir leben so, als gäbe es keinen Krieg. Wir stehen auf, gehen zur Arbeit, sitzen mit Freunden in Cafés oder gehen an den Strand. Wir feiern unsere Feste mit Familie und Freunden. Dahinter verbirgt sich jedoch das ständige Bewusstsein, dass sich jederzeit alles ändern kann: Die Sirenen könnten aufheulen, ein Auto könnte auf eine belebte Bushaltestelle zusteuern, ein vorbeifahrender Motorradfahrer könnte dich durch das Fenster deines Autos erschießen. Es ist einfach unmöglich, ständig in höchster Alarmbereitschaft zu leben. Man verdrängt es und lebt in Verleugnung – „mir wird das schon nicht passieren“.

Juden leben seit Jahrtausenden mit Kriegen und Verfolgung und haben angesichts von Gefahr und Leid eine starke Widerstandsfähigkeit entwickelt. Starke Bindungen innerhalb der Großfamilie und der Gemeinschaft bieten Halt. Es ist eine bewusste Entscheidung, dem Leben den Vorzug vor Verzweiflung und Tod zu geben. Der Glaube an den Wert jedes einzelnen Lebens und ein tiefer Glaube an Gott sind vorhanden, selbst unter den meisten, die als „säkular“ bezeichnet werden. All dies schafft Hoffnung, und Hoffnung macht es möglich, weiterzumachen.

Dennoch fordern der ständige Druck, die Trauer und das Leid ihren Tribut. Scheidungen, psychische Erkrankungen und Selbstmorde nehmen stark zu, und Umfragen zeigen, dass etwa 30–40 % der erwachsenen Bevölkerung zumindest einige klinische Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aufweisen.

Während ich diese Zeilen schreibe, gelten drei Waffenstillstände, und hier in Israel haben wir seit dem 8. April dieses Jahres eine Unterbrechung des Raketen- und Geschützbeschusses erlebt. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende des Krieges Israels gegen den Iran und dessen Stellvertreter, die Hamas, die Hisbollah, die irakischen Dschihad-Milizen und die Houthis im Jemen. Seit der Verkündung der Waffenruhen dauern die Kämpfe sowohl im Gazastreifen als auch im Libanon sowie in Judäa und Samaria (Westjordanland) sporadisch an. Seit Beginn des Waffenstillstands sind mindestens 13 israelische Soldaten getötet worden. Die Spannungen bleiben hoch, und die Nation befindet sich auf höchster Alarmstufe, insbesondere da gerade die hohen jüdischen Feiertage begangen werden und angesichts des bevorstehenden Gedenkens an den dritten Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober.

Im Gazastreifen räumt die IDF weiterhin einzelne Bereiche terroristischer Aktivitäten und zerstört Einrichtungen der Hamas in den rund 70 Prozent des Gazastreifens, die sie derzeit kontrolliert. Der umfassende Plan zur Beendigung des Gaza-Konflikts ist ins Stocken geraten, da sich die Hamas weigert, ihre Waffen abzugeben und ihre politische und administrative Kontrolle über den Gazastreifen aufzugeben.

An der iranischen Front ist es ruhig, obwohl die Spannungen zwischen den USA und dem Iran schwelen und zu eskalieren drohen. Der Iran greift sporadisch seine Nachbarn, Schiffe, die die Straße von Hormus durchqueren, sowie amerikanische Stützpunkte im gesamten Nahen Osten an. Die USA haben mit begrenzten Vergeltungsschlägen reagiert. Seit dem am 8. April 2026 erklärten Waffenstillstand hat der Iran keine Raketen, Flugkörper oder Drohnen mehr in Richtung Israel abgefeuert. Dennoch weigert sich der Iran, zu kapitulieren und sein Nuklearmaterial sowie seine Kontrolle über die Schifffahrt in der Straße von Hormus abzugeben.

Die Houthis haben einen großen Teil der jemenitischen Küste am Roten Meer eingenommen und kontrollieren nun Bab el-Mandeb (auf Arabisch „Tor der Tränen“), eine schmale Meerenge an der Einfahrt zum Roten Meer, die zum Suezkanal führt, durch den ein großer Teil des weltweiten Schiffsverkehrs verläuft. Seit dem 8. Juni haben die Houthis Israel nicht mehr angegriffen.

Im November 2024 führte ein trilaterales Abkommen zwischen dem Libanon, den USA und Israel zu einem Waffenstillstand im Libanon. Der Waffenstillstand ist an die vollständige Einstellung der Angriffe durch die Hisbollah und den Abzug aller Hisbollah-Kämpfer aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses im Libanon geknüpft. Der Waffenstillstand hat zu einem Rückgang der Feindseligkeiten geführt, doch es kam zu Drohnenangriffen über die Grenze hinweg und gegen Soldaten der israelischen Streitkräfte (IDF). Die Hisbollah, die sich weigert, zu kapitulieren oder ihre Waffen abzugeben, hat dem trilateralen Abkommen nicht zugestimmt.

Was ist der gemeinsame Nenner an diesen drei Fronten? Obwohl der Iran, die Hamas und die Hisbollah militärisch weitgehend besiegt wurden, weigern sie sich, zu kapitulieren und ihre Waffen niederzulegen – anders als Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg. Warum?

Das derzeitige iranische Ayatollah-Regime, die Hamas, die Houthis und die Hisbollah sind alle von demselben dschihadistischen Imperativ getrieben: den „Ungläubigen“ zu bekämpfen und die Welt für den Islam zu erobern. In einer solchen Weltanschauung ist eine Kapitulation unmöglich, und ihre Waffen sind die Grundlage ihrer Daseinsberechtigung. Was wären diese dschihadistischen Terrororganisationen ohne ihre Waffen? Nichts. Ihnen geht es um nichts anderes als den Untergang der „zionistischen Entität“ und letztendlich um die Weltherrschaft. Sie machen aus diesem Ziel keinen Hehl.

Diese Ideologie und Aggression sind dem fundamentalistischen Islam innewohnend und unverzichtbar und werden vom Ayatollah-Regime im Iran gefördert und unterstützt. Weder das iranische Regime noch die Hisbollah noch die Hamas werden jemals eine Niederlage eingestehen, kapitulieren oder ihre Waffen niederlegen. Das können sie nicht. Sie werden bis zum letzten Mann kämpfen. Sie müssen es, sonst wären ihre gesamte Identität und alles, wofür sie gelebt und gekämpft haben, nichts wert. Von Kindesbeinen an wurde diesen Terroristen ein einziges Lebensziel eingeimpft: Juden und andere Ungläubige (einschließlich Christen) zu töten und als Märtyrer für das Ziel der Weltherrschaft zu sterben.

Heute (26. September) ist der erste Tag des jüdischen Laubhüttenfestes (Sukkot). Am Vorabend des Festes wandte sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York an die Staats- und Regierungschefs der Welt. Noch bevor er auch nur ein Wort gesagt hatte, standen mindestens die Hälfte der Delegierten auf und verließen den Saal. Das war schockierend anzusehen und eine feige und beschämende Tat. Selbst diejenigen, die für Netanjahus Rede blieben, konnten sich kaum dazu durchringen, höflich zu applaudieren, als er zum Schluss kam.

Dies war nicht in erster Linie Ausdruck ihrer politischen Haltung, noch ihrer Abneigung gegen Netanjahu selbst oder gar gegen Israels Vorgehen in diesem Krieg, sondern etwas weitaus Heimtückischeres. Es war ein Ausdruck tiefer Antipathie gegenüber dem Volk Israel, den Juden, Gottes auserwähltem Volk, und sogar gegenüber Gott selbst. Es zeigte auch ihre Unwilligkeit, zuzuhören oder ihre Augen und Herzen für die Wahrheit zu öffnen, oder gar eine andere Sichtweise zu tolerieren. Das ist die eigentliche Definition von Vorurteil.

Interessanterweise wird heute in Synagogen auf der ganzen Welt als abschließende Bibellesung Sacharja 14,1–21 gelesen. Zufall? Ich glaube nicht. Diese Prophezeiung sagt eine kommende Katastrophe voraus, bei der alle Nationen der Welt sich gegen Jerusalem erheben werden:

Siehe, es kommt ein Tag für den HERRN, da wird man deine Beute verteilen in deiner Mitte!

Da werde ich alle Heidenvölker bei Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in die Gefangenschaft ziehen; der Überrest des Volkes aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden. (Sacharja 14,1–2).

Dies spiegelt Sacharjas frühere Worte in Kapitel 12,1–3 wider:

Dies ist die Last, das Wort des HERRN über Israel: Es spricht der HERR, der den Himmel ausspannt und die Erde gründet und den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet:

Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelkelch für alle Völker ringsum, und auch über Juda wird es kommen bei der Belagerung Jerusalems.

Und es soll geschehen an jenem Tag, dass ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewisslich daran wund reißen; und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln.

Ich dachte einst, ich würde die Erfüllung dieser Prophezeiung zu meinen Lebzeiten niemals erleben. Ich bin nun fast 73 Jahre alt, und es scheint, als sei dieser Tag nun sehr nahe und rücke mit rasender Geschwindigkeit näher. Der Auszug der Nationen aus der UN-Generalversammlung ließ dies sehr plausibel und sogar unmittelbar bevorstehend erscheinen. Von meinem Standpunkt hier in Israel aus habe ich das Gefühl, dass fast die ganze Welt uns hasst – mit grundlosem Hass. Sie haben die Lügen des Feindes – des Feindes Satan – geglaubt und ihre Ohren vor der Wahrheit verschlossen.

Nur wenige scheinen noch in der Lage zu sein, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, und durch soziale Medien und KI wird dies immer schwieriger. Die Folge sind Verwirrung und ein Sumpf moralischer Verirrungen.

Die moralischste Armee, die es je gegeben hat – eine Armee, die ihre eigenen Soldaten großen Gefahren aussetzt, um die Sicherheit feindlicher Zivilisten im Kriegsgebiet zu gewährleisten –, wird des Völkermords beschuldigt. Israel, das pro Person und Tag etwa 3.000 Kalorien an Nahrungsmittelhilfe nach Gaza gelassen hat – weit mehr, als für die Gesundheit notwendig ist –, wird beschuldigt, eine Hungersnot zu verursachen. Israel, das 2005 jeden einzelnen israelischen Bürger und Soldaten aus dem Gazastreifen evakuiert und die Herrschaft an die Bewohner Gazas abgetreten hat, wird der Besatzung beschuldigt. Ich könnte noch weitermachen, aber es genügt zu sagen: Alles scheint auf den Kopf gestellt worden zu sein.

Der Prophet Jesaja sagte zu diesem Phänomen: „Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis für Licht und Licht für Finsternis halten, die Bitteres für Süßes und Süßes für Bitteres halten“ (Jesaja 5,20).

Das hebräische Wort אוֹי (oy), hier mit „Wehe“ übersetzt, hat eine viel stärkere Bedeutung, als das deutsche Wort vermuten lässt. „Oy“ ist der verzweifelte, aus dem Innersten kommende Ausruf, dass etwas furchtbar falsch läuft, und er bricht aus dem Mund eines Menschen hervor, der von Unheil, moralischer Empörung oder einem drohenden Gericht überwältigt ist.

Alle, die der Propaganda des Bösen Glauben schenken, das Gute böse nennen und folglich Unschuldige verleumden, ziehen das Gericht Gottes auf sich.

Die Prophezeiung des Sacharja besagt weiter, dass zwar die Völker der Welt in diesem kommenden Krieg zunächst den Sieg über Jerusalem und Juda davontragen werden, Gott selbst und seine himmlischen Heerscharen Israel jedoch zu Hilfe kommen werden.

Aber der HERR wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht… Dann wird der HERR, mein Gott, kommen, und alle Heiligen mit dir! (Sacharja 14,3.5).

Die Völker, die gegen Israel ziehen, müssen dies sehr ernst nehmen. Folgendes wird ihnen widerfahren:

Das aber wird die Plage sein, mit welcher der HERR alle Völker schlagen wird, die gegen Jerusalem Krieg geführt haben: ihr Fleisch wird verfaulen, während sie noch auf ihren Füßen stehen; ihre Augen werden verfaulen in ihren Höhlen, und ihre Zunge wird verfaulen in ihrem Mund.

Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird eine große Verwirrung vom HERRN über sie kommen, sodass einer die Hand des anderen ergreifen und jeder gegen seinen Nächsten die Hand erheben wird.  (Sacharja 14,12–13).

Kein besonders angenehmes Ende für diese Völker. Doch diejenigen, die diese „Plage“ überleben, werden gezwungen sein, den Gott Israels als Herrscher und Jerusalem als seine heilige Stadt anzuerkennen.

Und es wird geschehen, dass alle Übriggebliebenen von all den Heidenvölkern, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern.

Und es wird geschehen: Dasjenige von den Geschlechtern der Erde, das nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten, über dieses wird kein Regen fallen. (Sacharja 14,16–17).

Dieser Sieg Gottes über seine und unsere Feinde ist unsere Hoffnung, und er ist es, der uns Kraft gibt, in diesen dunklen und turbulenten Zeiten weiterzumachen. Wir wissen, dass der Tag kommt, an dem der König und Messias, Jeschua (Jesus), kommen und von Jerusalem aus über die ganze Erde herrschen wird, und dann wird der Krieg ein Ende finden.

Ich behaupte nicht, dass Israel vollkommen ist oder nichts falsch gemacht hat, aber es auf der Grundlage falscher Anschuldigungen und Verleumdungen zu verurteilen, die von seinen Feinden ausgehen, ist verwerflich. Dies gilt umso mehr, wenn diejenigen, die nach Seinem Namen genannt sind – Juden wie Christen –, die Wahrheit nicht erkennen und den Lügen Glauben schenken.

Einigen Umfragen zufolge geben etwa 60 % (fast zwei von drei) der sich als evangelikale Christen bezeichnenden Menschen unter 30 Jahren an, dass sie Israel nicht unterstützen. Das ist zutiefst beunruhigend. Es ist in Ordnung, mit der israelischen Politik nicht einverstanden zu sein und sogar unser Handeln zu kritisieren, aber als Gläubige sind wir dazu aufgerufen, das auserwählte Volk Gottes, Israel, das Volk unseres Erlösers, genauso zu lieben, wie Gott es tut. Das bedeutet, dass wir für das Wohlergehen Israels beten, ihm in Zeiten der Not Unterstützung und Trost spenden und uns gegen diejenigen stellen müssen, die es verleumden und zu Unrecht beschuldigen.

Ich freue mich, sagen zu können, dass viele Christen während der drei Jahre des Krieges, den wir erdulden mussten, unerschütterliche Unterstützung gezeigt haben, und dies wird von den meisten Israelis wahrgenommen und zutiefst geschätzt. Den anderen, die behaupten, Christen zu sein, möchte ich sagen: „Lest eure Bibel – und zwar die ganze.“ Lest sie selbst, besprecht sie mit anderen, studiert sie eingehend und bittet Gott, sie euch durch seinen Heiligen Geist zu erklären. Seid sehr vorsichtig, damit ihr euch am Tag des Gerichts nicht in Opposition zu Gott wiederfindet.