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Anti-Israel-Gruppe reicht beim IStGH Beschwerde gegen israelische Ärzte wegen angeblicher Misshandlungen in Sde Teiman ein

 
Demonstranten protestieren am 29. Juli 2024 gegen die Festnahme israelischer Reservisten, die verdächtigt werden, einen Hamas-Terroristen misshandelt zu haben. Die Kundgebung findet auf dem Militärstützpunkt Sde Teiman nahe Beerscheba statt. (Foto: Dudu Greenspan/Flash90)

Die Hind-Rajab-Stiftung, eine in Belgien ansässige antiisraelische Organisation, gab diese Woche bekannt, dass sie beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag eine Beschwerde gegen die Israelische Ärztekammer (IMA) eingereicht habe, in der sie hochrangigen israelischen Medizinern vorwirft, an der mutmaßlichen Misshandlung von Hamas-Häftlingen auf dem Militärstützpunkt und im Gefangenenlager Sde Teiman in der Negev-Wüste nahe der Grenze zum Gazastreifen beteiligt gewesen zu sein.

In der Beschwerde werden IMA-Präsident Prof. Zion Hagay und Geschäftsführerin Leah Wapner namentlich als hochrangige Vertreter genannt, denen die Verantwortung für die mutmaßlichen Misshandlungen vorgeworfen wird.

Die Hind-Rajab-Stiftung (HRF) erklärte, sie bereite „Akten über israelische Mediziner mit doppelter Staatsangehörigkeit vor, die direkt am Völkermord Israels im Gazastreifen beteiligt waren“, und fügte hinzu: „Wir werden jeden einzelnen Fall den nationalen Staatsanwaltschaften in allen Ländern vorlegen, deren Staatsbürgerschaft diese Personen besitzen.“

Die Stiftung behauptete zudem, dass „Ärzte, Krankenschwestern und Rettungssanitäter, die im Feldlazarett Dienst taten, zusammen mit ehemaligen Häftlingen die innerhalb dieses Systems begangenen Misshandlungen dokumentiert haben“.

Sie warf der IMA vor, „die in Sde Teiman begangenen Misshandlungen und Folterungen zu legitimieren“, und behauptete, dass mindestens 29 in der Einrichtung festgehaltene Häftlinge infolge medizinischer Vernachlässigung oder körperlicher Gewalt starben.

Die HRF forderte den IStGH auf, „eine Verantwortungskette zu untersuchen, die sich von hochrangigen politischen Amtsträgern, welche die Richtlinien entworfen haben, und Amtsträgern, die verbindliche Anweisungen erließen, bis hin zu den Militärkommandanten, medizinischen Fachkräften und Berufsverbänden erstreckt, die das System umsetzten oder legitimierten.“

Die israelischen Behörden haben bereits zuvor Vorwürfe wegen Misshandlungen in Sde Teiman untersucht. Mehrere israelische Soldaten wurden wegen des Verdachts der Misshandlung eines Hamas-Häftlings festgenommen, was in Israel Proteste und Kontroversen auslöste.

Die israelischen Streitkräfte haben eingeräumt, dass es zu einzelnen Fällen von Fehlverhalten kommen kann, weisen jedoch Vorwürfe zurück, wonach Häftlinge systematisch misshandelt werden.

Das Militär erklärte, es „weise Vorwürfe eines systematischen Missbrauchs von Häftlingen entschieden zurück“ und fügte hinzu, dass es „jede … Handlung, die seinen Werten widerspricht, sehr ernst nehme“.

„Konkrete Beschwerden über unangemessenes Verhalten des Personals in Haftanstalten oder unzureichende Haftbedingungen werden zur Prüfung an die zuständigen Behörden weitergeleitet und entsprechend behandelt“, so die IDF. „In geeigneten Fällen werden Disziplinarmaßnahmen gegen die Mitarbeiter der Einrichtung ergriffen und strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.“

Die Hind-Rajab-Stiftung (HRF) wurde 2024 gegründet und nach einem palästinensischen Mädchen benannt, das während des Gaza-Kriegs getötet wurde, der mit dem von der Hamas angeführten Massaker am 7. Oktober 2023 im Süden Israels begann. Die in Belgien ansässige Organisation verfolgt rechtliche Schritte gegen israelische Soldaten und Beamte wegen angeblicher Verstöße gegen das Völkerrecht. Sie sah sich zudem Vorwürfen ausgesetzt, Verbindungen zu extremistischen Bewegungen und terroristischen Organisationen zu unterhalten.

In den vergangenen zwei Jahren hat die HRF in mehreren Ländern, darunter Schweden, Brasilien, Sri Lanka, Thailand, Belgien, den Niederlanden, Serbien, Irland und Zypern, Anzeigen gegen israelische Soldaten erstattet.

Im Januar 2025 reichte die HRF in Schweden eine Anzeige gegen einen israelischen Soldaten ein, der sich dort aufhielt, und warf ihm „Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord“ vor.

Israel weist Vorwürfe des Völkermords und der gezielten Angriffe auf Zivilisten zurück und erklärt, die IDF sei bestrebt, zivile Opfer so gering wie möglich zu halten, während sie gegen die Hamas und andere terroristische Gruppen kämpfe, die von zivilen Gebieten und Infrastrukturen aus operieren und Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen.