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Brüder aus Louisiana angeklagt, über Spendengelder Hamas finanziert zu haben

 
Mitglieder der al-Qassam-Brigaden, des militärischen Flügels der Hamas, nehmen am 20. Juli 2022 östlich von Gaza-Stadt an einem Marsch teil. (Foto: Attia Muhammed/Flash90)

Zwei Brüder aus Louisiana wurden angeklagt, angeblich über soziale Medien und unter dem Deckmantel von Spendenaktionen für wohltätige Zwecke Geld an die Terrororganisation Hamas überwiesen zu haben, wie aus in dieser Woche freigegebenen Unterlagen des Bundesgerichts hervorgeht.

Abdel Adhami und sein Bruder Omar wurden vor einem Bundesgericht in Louisiana wegen materieller Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation und wegen Überweisungsbetrugs angeklagt. Gegen Abdel wurde zudem eine Anklage wegen Geldwäsche erhoben. Die Hamas wird von der US-Regierung als ausländische Terrororganisation eingestuft.

Den Gerichtsunterlagen zufolge koordinierte Abdel die Bemühungen zur Beschaffung von Geldern für die Hamas gemeinsam mit Saleem Alzaq, einem in Gaza ansässigen Mann, den die Ermittler als mit der Hamas verbundenen Spendensammler und Social-Media-Aktivisten identifizierten. Den Ermittlern zufolge nutzten die beiden Snapchat, um die Sammlung und Verteilung der Gelder zu koordinieren.

Abdel Adhami soll kurz nach der Invasion und dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 im Süden Israels begonnen haben, über Instagram um Spenden zu werben, und seine Follower aufgefordert haben, über ein Western-Union-Konto „für unsere leidenden Brüder im Gazastreifen zu spenden“. Das mutmaßliche Spendennetzwerk erstreckte sich auch über die Vereinigten Staaten hinaus; in den Gerichtsunterlagen wird auf eine angebliche Wohltätigkeitsorganisation in Frankreich Bezug genommen.

Den Ermittlern zufolge verwendeten Adhami und Alzaq die Begriffe „Brot“ und „Brot-Leute“ als Codewörter in ihrer Kommunikation. In einem Austausch aus dem Jahr 2024 soll Alzaq Adhami mitgeteilt haben, dass „Brot“ – was die Ermittler als Bezeichnung für die Hamas interpretierten – vom al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt aus operiere. Das israelische Militär hat die Hamas bereits zuvor beschuldigt, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen für militärische Zwecke zu nutzen, und Beweise veröffentlicht, die diese Vorwürfe seiner Meinung nach stützen.

„Bei Gott, jedes Mal, wenn ich sehe, wie einer der ‚Brot-Leute‘ etwas tut, wünschte ich mir, ich wäre bei ihm“, sagte Adhami. „Ich bitte Gott, den Allmächtigen, dass ich zu denen gehöre, die mit ihrem Geld den Dschihad führen“, fügte er hinzu und belastete sich damit selbst.

„Wer mit Geld den Dschihad führt, gilt ebenfalls als Dschihadist“, sagte er in einem weiteren Gespräch.

Adhami erklärte anschließend seinem Bruder Omar, wie man Geld ins Ausland überweist.

„Der Prophet sagte: ‚Wer einen Kämpfer ausrüstet, ist so, als hätte er selbst am Kampf teilgenommen‘“, soll er seinem Bruder gesagt haben. Er soll ihm folgende Anweisung gegeben haben: „Wenn du etwas schicken willst, sagst du ihm: ‚Dieser Betrag ist für das Brot‘, und er wird es verstehen. Erwähne auf WhatsApp nichts beim Namen und verwende stattdessen das Wort ‚Brot‘.“

Den Ermittlern zufolge überwies Abdel Adhami mehr als 83.000 Dollar über PayPal an drei Empfänger im Ausland. Sein Bruder soll mehr als 6.000 Dollar an Alzaq und dessen Komplizen geschickt haben.

Im November 2025 soll Alzaq einen verdeckten Ermittler der NYPD kontaktiert und gesagt haben, er habe „Freunde“ in New York, Ohio und „überall in den Vereinigten Staaten“.

„Schau dir mal meine Freunde in New York an, die kommen alle aus Palästina“, sagte Alzaq laut den Ermittlern. „Sie sind Amerikaner, alle miteinander. Es sind junge Leute, und sie schicken mir ständig Geld. Sie lassen uns nie im Stich; sie finanzieren uns“, sagte er.

Der Fall in Louisiana scheint mit einer im vergangenen Monat bekannt gegebenen Ermittlung in Florida in Verbindung zu stehen, in der es um Raed Yousef geht, dem vorgeworfen wird, angeblich Zehntausende Dollar an die Hamas überwiesen und damit verbundene Finanzdelikte begangen zu haben. In den Fällen wird auch auf ein mutmaßliches Spendennetzwerk verwiesen, an dem Personen in Frankreich beteiligt sind.

Der Fall Adhami ist Teil einer Reihe aktueller Ermittlungen der US-Bundesbehörden gegen mutmaßliche Spendennetzwerke, die die Hamas und andere in Gaza ansässige Terrororganisationen unterstützen. Laut den in den Fällen zitierten Gerichtsunterlagen haben die Ermittler die Nutzung von sozialen Medien, Crowdfunding, Zahlungsplattformen und angeblichen humanitären Initiativen zur Beschaffung und Überweisung von Geldern untersucht.