Israel kritisiert Guinness-Buch der Rekorde wegen der Ablehnung israelischer Einträge
Das Guinness-Buch der Rekorde (GWR) gab am Mittwoch offiziell bekannt, dass es aufgrund der von der Organisation als „aktuelles Klima“ bezeichneten Situation keine Anträge mehr aus dem jüdischen Staat oder den „palästinensischen Gebieten“ annehmen werde.
„Wir glauben wirklich an Rekorde für jeden, überall, aber leider bearbeiten wir im aktuellen Klima im Allgemeinen keine Rekordanträge aus den palästinensischen Gebieten oder aus Israel – oder solche, bei denen einer dieser Orte als Durchführungsort angegeben wird –, mit Ausnahme derjenigen, die in Zusammenarbeit mit einer humanitären UN-Hilfsorganisation erfolgen“, sagte ein GWR-Sprecher gegenüber der Jerusalem Post, einer englischsprachigen israelischen Nachrichtenplattform.
Das GWR gab bekannt, dass es diese Politik seit November 2023 verfolgt, einen Monat nach dem Einmarsch der Hamas in Israel am 7. Oktober, bei dem 1.200 Israelis getötet und 250 Menschen entführt wurden. Die Organisation erklärte, dass sie die Lage in der Region beobachtet und hofft, diese Politik in naher Zukunft wieder rückgängig machen zu können.
„Wir hoffen, bald wieder neue Anfragen entgegennehmen zu können“, sagte der Sprecher, ohne näher darauf einzugehen.
Die Nachricht über die diskriminierende Politik vom Guinness-Buch der Rekorde gegenüber Israel kam, nachdem die israelische humanitäre Organisation Matnat Chaim (Das Geschenk des Lebens) die Richter vom GWR bezüglich ihres Rekordprojekts kontaktiert hatte, bei dem 2.000 israelische Nierenspender zu einem gemeinsamen Foto in Jerusalem zusammenkommen sollten. Die Organisation fördert freiwillige Nierenspenden für Menschen in Not.
Das Rekordprojekt von Matnat Chaim begann bereits 2019, als eine Anzahlung von 800 Dollar geleistet wurde, aber der Plan wurde aufgrund der Pandemie ausgesetzt. Nach der Pandemie ignorierte GWR sieben Nachrichten von Matnat Chaim. Schließlich schickte GWR eine E-Mail an die israelische Organisation mit dem Inhalt: „Wir können bei dieser Veranstaltung nicht mit Ihnen zusammenarbeiten.“
Judy Singer von Matnat Chaim gab in einem Interview mit der Jerusalem Post bekannt, dass die Organisation bald die 2.000. Nierentransplantation von Freiwilligen feiern wird.
„Innerhalb einer Woche bis zehn Tagen wird Matnat Chaim die 2.000. Nierentransplantation von gesunden Freiwilligen seit seiner Gründung im Jahr 2009 feiern“, sagte Singer.
„Das ist eine erstaunliche Leistung, und wir sind sehr stolz darauf, die Transplantationsrevolution in Israel anzuführen“, fuhr sie fort.
Singer äußerte sich jedoch schockiert über die diskriminierende Politik des GWR gegenüber einer unpolitischen NGO, die ausschließlich auf deren israelischer Herkunft basiert.
„Wir waren schockiert und bestürzt, als Guinness sich weigerte, mit uns bei unserer Veranstaltung zusammenzuarbeiten, die rein altruistischer Natur ist und nichts mit politischen Kontroversen zu tun hat“, sagte sie.
„Wir werden nächsten Monat eine Veranstaltung für unsere Nierenspender ausrichten und versuchen, den Weltrekord für die größte Versammlung von Organspendern aller Zeiten zu brechen; wir hoffen, dass Guinness sich entschließen wird, unsere Bemühungen in ihrem Buch anzuerkennen“, fuhr sie fort. Singer betonte jedoch, dass ihre Organisation sich von der Politik des GWR nicht abschrecken lassen werde.
„Aber mit oder ohne Guinness retten unsere freiwilligen Nierenspender fast jeden Tag Leben. Das ist der wahre Beweis für die Solidarität und soziale Verantwortung Israels, und das ist unsere größte Errungenschaft“, schloss sie.
Der israelische Außenminister Gideon Sa'ar verurteilte das Guinness-Buch der Rekorde für seine antiisraelische Haltung.
„Das ist unentschuldbar. 2.000 israelische Nierenspender leisten die größte Spende aller Zeiten, doch ihnen wird der Guinness-Weltrekord verweigert, nur weil sie aus Israel kommen. Wir erwarten und fordern, dass diese verdrehte Entscheidung sofort rückgängig gemacht wird“, erklärte Sa'ar.
Der Guinness-Weltrekord listet derzeit Dutzende von Rekorden aus Israel auf, darunter die schwerste Erdbeere (322 Gramm) und die größte Mesusa (1,15 Quadratmeter). Der jüdische Staat ist auch die Heimat von Walter Bingham, dem ältesten aktiven Journalisten der Welt und Holocaust-Überlebenden, der 2024 seinen 100. Geburtstag feierte.
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